Waldemar Hirch:
Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas während der SED-Diktatur
Unter besonderer Berücksichtigung ihrer Observierung und Unterdrückung durch das Ministerium für Staatssicherheit

Zusammenfassung

Es kann konstatiert werden, dass bei den Unterdrückungs- und Observierungsmaßnahmen gegen die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas in der DDR ganz eindeutig das MfS als Repressionsapparat der SED die Führung inne hatte.

Justiz und Polizei waren ihm untergeordnet. Jehovas Zeugen gehörten in der DDR zu den ersten Opfern eines Zwangssystems, das keinen Widerspruch erlaubte und nicht zulassen wollte, dass sich jemand außerhalb der sozialistischen Gesellschaft stellte und sich dadurch der staatlichen Kontrolle entzogen hätte. Wenn auch Jehovas Zeugen zu keiner Zeit für die SED eine reale Gefahr darstellten, so bildeten sie für die Partei durch ihre konsequente Politikverweigerung und ihr bewusstes Verweigern, an organisierten Unterschriftsaktionen der Partei teilzunehmen etc., eine latente Gefahr, die der totalitäre Staat nicht hinnehmen wollte. Der Verfolgungsdruck, der auf die Glaubensgemeinschaft ausgeübt wurde, hielt während der gesamten Dauer der SED-Herrschaft an.

Nach Ende des 2. Weltkrieges waren Jehovas Zeugen als Opfer des Faschismus in allen besetzten Zonen anerkannt worden. Auch durch die sowjetische Besatzungsmacht hatte es in den ersten Nachkriegsjahren kaum Behinderungen gegeben, da ihr Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime bekannt war. Am 22. September 1945 waren Jehovas Zeugen im Vereinsregister des Amtsgerichts Magdeburg wieder als Religionsgemeinschaft eingetragen worden. Eine Zeit besonderer missionarischer Aktivitäten mit großen Zuwachsraten für die Glaubensgemeinschaft wurde in den folgenden Jahren verzeichnet. Dies änderte sich mit Beginn des Kalten Krieges. Ein für das Jahr 1948 geplanter Bezirkskongress der Zeugen Jehovas in Leipzig wurde nicht bewilligt. Versammlungen der Zeugen Jehovas mussten nun von den jeweiligen örtlichen Kommandanturen genehmigt werden. Die SED, die von der SMAD immer mehr Verantwortung übertragen bekam, begann durch die SED-Landesvorstände und die Polizei, die Glaubensgemeinschaft zu observieren. Am 13. September 1949, somit noch vor Gründung der DDR am 7. Oktober desselben Jahres, hatte das Politbüro der SED einen ganzen Maßnahmenkatalog gegen Zeugen Jehovas beschlossen. Es begann eine Ausgrenzung und Diffamierung die in das Verbot vom 31. August 1950 mündete.

Das Ministerium für Staatssicherheit, das am 8. Februar 1950 gegründet worden war, hatte im Auftrag der SED die Gerichte zu „energischen Abwehrmaßnahmen“ gegen Zeugen Jehovas aufgefordert. Dies wurde von der Justiz auch umgesetzt. Die unverhältnismäßig hohen Haftstrafen waren bereits vor den Gerichtsverhandlungen festgelegt worden.

Die Zeit der harten Konfrontation begann. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen und Bestrafungen. Etwa ab der Mitte der fünfziger Jahre wechselte das taktische Vorgehen des MfS. Nicht mehr die brutale Verfolgung stand im Vordergrund, sondern die nicht so schnell durchschaubare Verfolgungspraxis der „Zersetzung“. Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen zeigte die Erfahrung der letzten Jahre, dass sich Jehovas Zeugen trotz der hohen Strafen nicht von ihrem Missionsgeist abbringen ließen. Die Funktionen der verhafteten Gemeindevorsteher wurden relativ schnell von anderen Gemeindegliedern übernommen. Zum anderen hatte durch die Konsolidierung der SED und die Entstalinisierung in den kommunistischen Ländern eine Art „Tauwetter“ eingesetzt, so dass die drastischen Maßnahmen der Anfangszeit nicht mehr angebracht schienen.

Dennoch schreckte das MfS nicht davor zurück, die Glaubensgemeinschaft auch im Westen zu bekämpfen. Der Einbruch ins Ostbüro der Glaubensgemeinschaft in Westberlin im Dezember 1958 unter Zuhilfenahme mehrerer IM zeigte nur zu deutlich, daß in der Bekämpfung und Verunsicherung ihrer Gegner das MfS weiterhin keinerlei Skrupel hatte.

Die Situation änderte sich gravierend nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Jehovas Zeugen sahen sich mit der Tatsache konfrontiert, ihr gesamtes, nach DDR-Recht illegales Ein- und Ausfuhrsystem (Literatur, Informationen, Anweisungen, Spendengelder etc.) von und in die DDR, der neuen Lage anpassen zu müssen. Das schon existierende Untergrundsystem konnte, trotz der permanenten Observierung der bekannten Gemeindeglieder, innerhalb einiger Monate umgestellt und ausgebaut werden, sodass die ersten Literaturfuhren die Gläubigen in der DDR schon bald erreicht hatten.

Immer wieder wurden durch Observierungs- und Unterdrückungsmaßnahmen Gläubige in ihrer Aktivität behindert, doch wie unter anderem auch bei der Literatureinschleusung ersichtlich, fanden sich immer Gläubige bereit, diese gefährliche Arbeit zu leisten. Fast über die gesamten 40 Jahre der SED-Diktatur kam religiöse Literatur für die Gläubigen über die Grenze in die DDR. Da dies nicht in der gewünschten Menge geschehen konnte, wurde die vorhandene Literatur trotz der Drohung mit harten Strafen von Seiten der staatlichen Organe, im Land vervielfältigt. Auch dies konnte vom MfS nicht verhindert werden.

Eines der wesentlichen Ziele des MfS war es, IM innerhalb der Gemeinschaft zu finden oder zu platzieren, um die Religionsgemeinschaft von innen heraus zu „zersetzen“. Obwohl in den MfS-Akten immer wieder von IM berichtet wird, war es dem MfS nicht möglich, einen kompletten Überblick über die Gläubigen zu erhalten. Die immer wieder gestellte Frage: „Wer ist wer?“ konnte zwar fast komplett auf höchster Ebene, der Ebene der Bezirksaufseher und ihrer Stellvertreter, geklärt werden. Auch der überwiegende Teil der Kreisaufseher konnte ermittelt werden. Doch schon die Kenntnis über die Ebene der Gemeindeverantwortlichen, der Ältesten, war eher ungenügend. Dies muss allerdings regional untergliedert werden, da es Regionen mit höherer und Regionen mit niedrigerer „Aufklärungsrate“ gab. Dies hing zum einen von der Anzahl der Gläubigen eines Bezirks ab, andererseits von der unterschiedlichen Motivation der MfS-Mitarbeiter, gegen die Glaubensgemeinschaft vorzugehen.

Die Kenntnis von der Funktion einer Person durch eine „Operative Personenkontrolle“ war zudem erst der Beginn der MfS-Arbeit. Erst jetzt konnte die „Zersetzungsarbeit“ über einen „Operativen Vorgang“ einsetzen. Dies hieß aber nicht, sie insofern von Erfolg gekrönt sein musste, dass das Opfer seine Tätigkeit aufgab oder die Seite wechselte. Dass aber die Lebensqualität der Opfer durch Maßnahmen des MfS immer gravierend eingeschränkt wurde, ist evident.

Einblick in die höchste Führungsebene hatte das MfS erhalten, da es gelungen war, zumindest einen der Bezirksaufseher in der DDR als IM anzuwerben. Hermann Laube („Hans Voß“) lieferte seit 1966 Informationen an das MfS und gab die Anweisungen und Verhaltensmuster der WTG an seinen Führungsoffizier weiter. Ein weiterer IM in exponierter Stellung war Wolfgang Kirchhof („Max“, „Albert“) aus Gera, der 1957 in die Glaubensgemeinschaft lanciert werden konnte und dem im Laufe der Jahre sogar die Funktion eines Kreisaufsehers und stellvertretenden Bezirksaufsehers übertragen wurde.

Neben der Abwehrarbeit des MfS unter Zuhilfenahme der Justiz und Polizei baute das MfS eine pseudo-religiöse Opposition gegen Zeugen Jehovas auf. Aus einer Zusammenarbeit des ehemaligen Zeugen Jehovas, Willy Müller, mit dem MfS war ab 1965 die Studiengruppe „Christliche Verantwortung“ entstanden, die unter gleichem Namen eine zersetzende Zeitschrift gegen die Glaubensgemeinschaft herausgab. Waren schon in den fünfziger Jahren einige Zeugen Jehovas zu einer direkten Gegenarbeit gegen ihre Glaubensgemeinschaft bereit, konnten jetzt auf der Basis einer offiziell genehmigten Studiengruppe ehemalige Zeugen Jehovas, zusammen mit MfS-Agenten, zu einer „Gegengemeinschaft“ zusammengeführt werden. Dies geschah unter strenger Kontrolle durch das MfS. Nach Willy Müller, dem ersten offiziellen Herausgeber von CV, waren die folgenden Herausgeber der Zeitschrift (Karl-Heinz Simdorn und Werner Struck) keine ehemaligen Zeugen Jehovas mehr, sondern vom MfS eingesetzte hauptamtliche IM.

Mit CV war ein künstliches Organ geschaffen worden, mit dem das MfS den Zeugen Jehovas über die theologische Argumentation zielorientiert die staatliche Sichtweise aufzwingen sollte. CV behauptete, Jehovas Zeugen würden eine „Irrlehre“ vertreten und es würde zu ihrer christlichen Verantwortung gehören, den DDR-Staat zu unterstützen und für die sozialistische Gesellschaft Mitverantwortung zu tragen. Sie hätten, nach Auffassung des MfS, durchaus einen Glauben haben dürfen, nur nicht einen, aufgrund dessen sie die Anweisungen des Staates auf eine göttliche Sanktionierung hin überprüften.

Jehovas Zeugen waren, wie im Nationalsozialismus auch, nicht nur Opfer, sondern Märtyrer, um ihres Glaubens willen. Diese nonkonforme und zum Widerstand bereite Haltung ist aus der religiösen Überzeugung der Mitglieder zu erklären. Jehovas Zeugen arbeiteten nicht auf die Veränderung der politischen Ordnung hin. Der geleistete Widerstand gegen bestimmte Anweisungen des Staates war Einsatz für ihren Gott Jehova, dem Herrscher, dem sie persönlich unterstehen und der dem Staat übergeordnet ist. Der Staat bzw. die Verantwortlichen dieses Staates würden, ebenso wie sie als Gläubige auch, Gott Rechenschaft für ihr Handeln geben müssen.

Den zuständigen MfS-Offizieren war die Denkweise der Zeugen Jehovas mehr oder weniger bekannt, ebenfalls den ehemaligen Zeugen Jehovas die in der CV arbeiteten. Sie wussten auch oft aus eigener Erfahrung, da§ das MfS durch Drohungen und Einschüchterung etwas erreichen konnte. Doch wollte man die Glaubensgemeinschaft als Gesamtheit schwächen, müsste man die einzelnen Glieder von der Wachtturm-Gesellschaft, die für die besondere Art der Bibelinterpretation verantwortlich ist, entfernen. Die Überzeugung der Gläubigen basierte schließlich auf der durch die „leitende Körperschaft“, dem höchsten Führungsgremium der Zeugen Jehovas, erarbeiteten Bibelinterpretation. Deshalb sollten die Gläubigen davon überzeugt werden, die WTG sei ein Spionageinstrument des Imperialismus, sie bereichere sich an den Gläubigen, sie betreibe permanent falsche Bibelauslegung etc. Die Gläubigen sollten soweit verunsichert werden, da§ sie sich zu einer „progressiveren“ Bibelinterpretation hinführen ließen und so die konsequente Verweigerungshaltung, beispielsweise bezüglich des Wehrdienstes, aufgaben, den Anordnungen des Staates Folge leisteten und im Laufe der Zeit den sozialistischen Weg mit verantworten würden. Die Integrationspolitik der SED griff bei Jehovas Zeugen nicht. Der Versuch des MfS, eine souveräne, von der amerikanischen Zentrale abgekoppelte Glaubensgemeinschaft in der DDR zu etablieren, schlug fehl. Es war zu offensichtlich, daß dadurch ein starker Einfluss auf die Glaubensgemeinschaft hätte ausgeübt werden sollen.

Zwar konnte das MfS immer wieder einzelne Erfolge verzeichnen - Ende der achtziger Jahre waren etwa 40 Personen in CV tätig -, doch die gewünschte Resonanz, eine tatsächliche “Zersetzung“ der gesamten Gemeinschaft, blieb aus. Der überwiegende Teil der Zeugen Jehovas konnte von der CV-Argumentation weder erreicht noch überzeugt werden und sie blieben bei ihrem theologischen Verständnis, sich auf keine Glaubenskompromisse mit dem Staat einzulassen. Bei einzelnen Mitgliedern dagegen ist es gelungen. Es lässt sich jedoch nicht feststellen, wie hoch die Anzahl derjenigen war, die sich durch die MfS-Arbeit haben beeinflussen lassen. Einen quantitativ messbaren Einbruch in die Glaubensgemeinschaft hat es mit Ausnahme des Jahres 1951 somit direkt nach dem Verbot durch die „Zersetzungsarbeit“ nicht gegeben. 1951 war die Zahl der Gläubigen durch Flucht in den Westen, zeitweilige Unterbrechung der religiösen Betätigung oder Gefängnishaft um etwa 40 % zurück gegangen. Hatte die durchschnittliche Zahl an Gläubigen in Ostdeutschland 1950 (09/1949 bis 08/1950) bei 21.048 gelegen, sank sie im Jahre 1951 (09/1950 bis 08/1951) auf 12. 815 gezählte Mitglieder ab. Doch spätestens Mitte der fünfziger Jahre lag die Zahl wieder bei etwa 18.000 bis 20.000 Aktivisten. In den siebziger Jahren ist die zahlenmäßige Stagnation bzw. der leichte Rückgang der Anzahl der Gläubigen auf eine intern ausgelöste, enttäuschte Erwartungshaltung bezüglich des Jahres 1975 zurückzuführen und war weltweit zu beobachten.

Zwar konnte das MfS durch die permanent betriebene Verunsicherungsarbeit den Missionseifer der Zeugen Jehovas einschränken und immer wieder blockieren, doch war es dem MfS nicht gelungen, die Missionstätigkeit zu verhindern oder gar völlig zu beseitigen.

Im Gegensatz dazu waren die Splittergruppen der Zeugen Jehovas innerhalb weniger Jahrzehnte durch Überalterung und Sterbefälle völlig bedeutungslos geworden. Diese Gruppen als Alternativ-Glaubensgemeinschaften für Jehovas Zeugen zu kreieren war einerseits ein weiterer ausgefeilter Versuch des MfS in der Schwächung der Glaubensgemeinschaft, zeigte aber zugleich auch den Realitätsverlust des Repressionsapparats. Die wenigen Gläubigen in den Spittergruppen hatten weder missionarischen Eifer, noch eine Theologie, die anziehend auf die Zeugen Jehovas hätte wirken können. Sie bestanden auch nicht aus 2.500 Mitgliedern, wie durch CV noch in den achtziger Jahren immer wieder veröffentlicht wurde, sondern Mitte der achtziger Jahre hatte es nur noch einige Dutzend Anhänger in den beschriebenen Gruppen gegeben.

Auch wenn innerhalb der Gemeinschaft die Resonanz für CV eher gering war, so war die Resonanz außerhalb der Glaubensgemeinschaft dagegen eher groß. Hier ließen sich zumindest ein Teil der „religiösen Konkurrenz“, aber auch ehemalige Zeugen Jehovas, von der tendenziösen und unsachlichen Kritik durch CV informieren. Dem Urteil der Apostaten, und war ihre Zahl im Vergleich zu den aktiven Gläubigen noch so gering, wurde oft unberechtigterweise Glauben geschenkt. Die vom MfS produzierten „Beweise“ wurden aufgriffen und dienten durch Veröffentlichung in verschiedenen Publikationen als Multiplikatoren der MfS-Erkenntnisse. Das Öffentlichkeitsbild der als „umstritten“ geltenden Glaubensgemeinschaft wurde zusätzlich zu den ohnehin schon negativen Darstellungen noch pejorativer geprägt.

Die hauptsächlich vom IME Dieter Pape erstellte Dokumentation „Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft“, ist ein in diesem Zusammenhang besonders zu erwähnendes MfS-Machwerk. Viele Jahre galt dieses Buch auch in der BRD als Standardwerk über Jehovas Zeugen. Besonders die Brüder Dieter und Günther Pape haben bei der Auseinandersetzung über Jehovas Zeugen seit Beginn der 60er Jahre in Ost- und Westdeutschland eine exponierte Rolle eingenommen.

Eine Aufarbeitung der Geschichte der Zeugen Jehovas in der ehemaligen DDR zeigt, da§ man vom scheindemokratischen Staat der DDR nur sehr bedingt von einem Rechtsstaat sprechen kann. Bei Verdacht der „politisch-ideologischen Diversion“ (PID) zeigte sich ein Unrechtsstaat totalitären Ausmaßes, der seinen Repressionsapparat, das MfS, mit aller Härte zuschlagen ließ. Dieser totalitäre Anspruch blieb bis zum Ende des Regimes gleich und zeigte sich in einer „wahnhaften Sicherheitsdoktrin“ der SED, die jedes als widerständiges Verhalten interpretierte Vorgehen als Gefahr für den Staat ansah. So verwundert es nicht, dass im sogenannten „Vorbeugekomplex“ etwa 86.000 Menschen erfasst waren, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall einer verstärkten Kontrolle unterliegen sollten, bzw. deren Festnahme und Internierung in speziellen Lagern in der DDR vorgesehen war. Auch Zeugen Jehovas als „Angehörige verbotener Religionsgemeinschaften“ fielen unter diese Bestimmung.

Es zeigt aber auch, dass Menschen, die geistige Werte haben, selbst unter einer bedrückenden Diktatur nicht von ihren Idealen abzubringen sind, da sie sich durch ihre Ziele, ihre Hoffnung und durch ihre Gemeinschaft einen Rest geistiger Freiheit und Unabhängigkeit bewahren können. Der SED-Staat mit seinem Unterdrückungsapparat konnte weder durch offene noch durch verdeckte Gewalt erreichen, dass Jehovas Zeugen sich vom Staat vereinnahmen ließen und ihre Prinzipien verleugneten. 40 Jahre SED-Diktatur haben der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas nicht wirklich schaden können. Als am 14. März 1990 die offizielle Anerkennung als Religionsgemeinschaft in der DDR erfolgte, machten sich Jehovas Zeugen daran, sich gemäß den politisch veränderten Verhältnissen umzustrukturieren und die neu gewonnene Freiheit für ihre Missionstätigkeit zu nutzen.