Waldemar Hirch:
Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas während der SED-Diktatur
Unter besonderer Berücksichtigung ihrer Observierung und Unterdrückung durch das Ministerium für Staatssicherheit, Frankfurt am Main 2003, Seite 11-24:

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Einleitung

Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas besteht, wenn man das Gründungsdatum auf das Jahr 1879, das Jahr der Herausgabe ihrer Missionszeitschrift "Der Wachtturm", datiert, seit etwa 125 Jahren.

Trotz ihrer zahlenmäßigen Bedeutungslosigkeit in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben Jehovas Zeugen in Deutschland bereits zu dieser Zeit massive Kritik von völkisch-nationaler und von kirchlicher Seite erfahren. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie vehement verfolgt. Bereits wenige Monate nach Hitlers Machtantritt kam es zu einem Verbot der Glaubensgemeinschaft.

Nach Ende des Krieges wurden sie von allen Besatzungsmächten als "Opfer des Faschismus" (OdF) anerkannt. Doch da im Osten Deutschlands schon bald erneut ein diktatorisches Regime etabliert wurde, begann für die Zeugen Jehovas dort von neuem eine Zeit der Verfolgung und Ausgrenzung.

Die 40 Jahre der Deutschen Demokratischen Republik zeichneten sich durch permanent betriebene "Zersetzungsmaßnahmen" des Staates gegen Jehovas Zeugen aus. Der DDR-Staat versuchte, wie zuvor schon das nationalsozialistische Deutschland, eine quantitativ nicht bedeutende Glaubensgemeinschaft zu eliminieren.

Die Strukturen des totalitären Staates lassen sich an den permanent vollzogenen Verfolgungsmaßnahmen detailliert konstruieren und sichtbar machen. Hierbei war das MfS [Ministerium für Staatssicherheit] maßgebend beteiligt. Jedoch wurden grundsätzlich alle staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte, im besonderen die Justiz und die Polizei, in diese Auseinandersetzung mit einbezogen. Das MfS, als direktes Ausführungsorgan der SED, nahm in der Bekämpfung seiner Gegner wahnhafte Züge an und vermutete grundsätzlich in allen Andersdenkenden einen Feind, den es zu "liquidieren" galt. Ein Auszug aus einer Rede Erich Mielkes, von 1957 bis 1989 Minister der Staatssicherheit, macht dies deutlich:

"Der sozialistische Aufbau könnte sich wesentlich schneller vollziehen, wenn nicht die Imperialisten, ihre Geheimdienste, Agentenzentralen und sonstigen Beauftragten ständig versuchten, ihre feindlichen Stützpunkte in der Deutschen Demokratischen Republik zu erhalten und von außen laufend neue Spione, Agenten und Saboteure zu

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entsenden, um ihre verlorengegangenen Positionen wiederzugewinnen. [...] Die Organe der Staatssicherheit haben unter Führung der Partei bei der Bekämpfung dieses Abschaums der Menschheit nicht unwesentliche Erfolge errungen. [...] Deshalb müssen wir wachsame und standhafte Patrioten der Deutschen Demokratischen Republik sein und alle Bürger dazu erziehen, die Feinde zu hassen und ihre verbrecherische Tätigkeit zu vereiteln."1

Während der gesamten SED-Diktatur wurde die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas zu diesen Feinden gezählt. Ihnen wurde vorgeworfen, "imperialistische Spione" zu sein und "politisch-ideologische Diversion" zu betreiben. Das lag sicherlich zum einen an ihrem "unkonventionellen Bibelverständnis" und ihrem "kompromißlosen Bekenntnis" dazu.2 Andererseits aber auch daran, daß der totalitäre Staat die totale Kontrolle über diese nonkonforme Minderheit erlangen wollte. Jedes widerständige Verhalten wurde grundsätzlich als Bedrohung der staatlichen Sicherheit interpretiert. Die Machtausübung der SED sollte offen und konspirativ alle Lebensbereiche durchdringen und die Macht der SED erhalten und stabilisieren.

Nach dem Verbot der Glaubensgemeinschaft vom 31. August 1950 in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) waren zunächst hohe Zuchthausstrafen gegen Zeugen Jehovas ausgesprochen worden. Doch hatten die hohen, von der Partei und dem MfS präjudizierten Haftstrafen nicht die gewünschte Wirkung. Die wegen ihres Glaubens einsitzenden Frauen und Männer wurden als Märtyrer geachtet und ihre frei gewordenen Funktionen konnten relativ schnell durch andere Gläubige ausgefüllt werden. Daraufhin begann das MfS, seine Methode zu ändern und ging zur "Zersplitterung" der Glaubensgemeinschaft über. Diese Methode der "Zersplitterung" oder "Zersetzung" wurde im Laufe der Jahrzehnte immer weiter ausgebaut und modifiziert. Das Ziel dieser Methode wurde wie folgt definiert:

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"Ziel der Z[ersetzung] ist die Zersplitterung, Lähmung, Desorganisierung und Isolierung feindlich-negativer Kräfte, um dadurch feindlich-negative Handlungen einschließlich deren Auswirkungen vorbeugend zu verhindern, wesentlich einzuschränken oder gänzlich zu unterbinden bzw. eine differenzierte politisch-ideologische Rückgewinnung zu ermöglichen."3

Die Methode wurde im Laufe der Jahrzehnte an die politischen Umstände angepaßt. Durch den Grundlagenvertrag vom Dezember 1972 wurde die DDR faktisch als eigener deutscher Staat von der BRD anerkannt. 1973 wurde die DDR Mitglied der UNO. 1975 unterzeichnete Erich Honecker für die DDR die "Schlußakte von Helsinki", in der die Teilnehmer zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet wurden. Da der Staat den äußeren Schein wahren wollte, mußten die "Zersetzungsmethoden" des MfS so verfeinert werden, daß sowohl die Opfer, als auch Beobachter aus dem Ausland diese perfiden Maßnahmen kaum noch zuordnen konnten. Die DDR wollte als Rechtsstaat gelten. De facto war sie es nur dort, wo ihre politischen Interessen nicht berührt wurden. Schon bei Vermutung der "politisch-ideologischen Diversion" wandelte sich die DDR schnell zu einem Unrechtsstaat totalitären Ausmaßes.

Wie weitreichend die "Zersetzungsarbeit" des MfS war, wird durch die Analyse und ausführliche Darstellung des MfS-Organs "Christliche Verantwortung" (CV) deutlich. CV war aus kleinen Anfängen, durch die geheimdienstliche Zusammenarbeit Willy Müllers und des MfS hervorgegangen. In Gefängnishaft hatte das MfS Müller, der den Zeugen Jehovas angehörte, von der Falschheit seines missionarischen Handelns "überzeugen" können. Zunächst hatte Müller im Auftrag des MfS Briefe an Zeugen Jehovas geschrieben, die den Gläubigen ebenfalls zeigen sollten, daß sie sich auf dem Irrweg befanden. Im Jahre 1965 wurde dann die Studiengruppe CV mit gleichlautender Zeitschrift als offizielle Oppositionsbewegung gegen Zeugen Jehovas gegründet. Auf der Grundlage einer einheitlichen MfS-Konzeption wurde diese ideologisch verbrämte Kampfgruppe angeleitet. Neben MfS-Offizieren wurden ehemalige Zeugen Jehovas

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genutzt, für die die religiöse Gedankenwelt ihrer ehemaligen Mitgläubigen nicht fremd war. Mit ihrer Hilfe konnten speziell für Zeugen Jehovas entwickelte "Zersetzungsmaßnahmen" entwickelt werden.

Das MfS streckte seine Fühler über CV sogar in den Westen aus, um der Glaubensgemeinschaft auch international zu schaden. Ziel war es, ein Netzwerk gegen Jehovas Zeugen national und international aufzubauen. Dazu wurden alle dem Geheimdienst zur Verfügung stehenden Mittel und Wege genutzt. In anderen kommunistischen Staaten hatten die Geheimdienste ebenfalls von ihnen angeleitete Oppositionsgruppen geschaffen. In den westlichen Ländern wurden schon bestehende Oppositionsgruppen und Einzelpersonen vom MfS unterstützt und mit "Informationen" versorgt. Die MfS-Zeitschrift "Christliche Verantwortung" wurde - neben dem hauptsächlich betriebenen kostenlosen Versand an Jehovas Zeugen in der DDR - in verschiedene Länder geschickt, und die in CV enthaltenen Halbwahrheiten, Wahrheiten, Lügen und Unterstellungen fanden Eingang in das Gedankengut von Kirchen und westlichen Anti-Kult-Gruppen.

Dies soll in dieser Forschungsarbeit anhand einer Darstellung von CV belegt werden. Die Schilderung von CV nimmt einen großen Teil dieser Arbeit ein, da durch die Arbeitsweise von und mit CV ein erhellender Einblick in die außergewöhnlich weitreichenden Aktivitäten des MfS erhältlich ist. Ein als christlich tituliertes und vom MfS gesteuertes Organ wurde benutzt, um einer christlichen Glaubensgemeinschaft vorzuwerfen, sie würde eine "Irrlehre" verbreiten und gleichzeitig Spionage betreiben.

Die totalitäre Struktur und die perfiden Machenschaften eines sozialistischen Staates, der vorgab ein Rechtsstaat zu sein, in Wirklichkeit aber ein totalitärer Staat sowjetischer Prägung war, wird durch die Arbeitsweise von CV verdeutlicht.

Es werden auch die Fragen beantwortet, inwieweit weitere staatliche Instanzen eingebunden waren, um CV zu unterstützen und zu decken? Wer waren die offiziellen Herausgeber von CV. Wer schrieb die Artikel in der Zeitschrift? Wie wurde die Kontrolle durch das MfS ausgeübt? Inwieweit ließen sich Splittergruppen der Zeugen Jehovas in die Zersetzungsarbeit des MfS einbeziehen?

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Bevor diese Themen behandelt werden, erfolgt zunächst eine Darstellung der Geschichte der Zeugen Jehovas - in Form eines Überblicks - bis zum Jahr 1945. Zum Überblick gehört eine kurze Betrachtung der Verhaltensweise der Glaubensgemeinschaft, sowohl in der Weimarer Republik, als auch in der Zeit des Nationalsozialismus. Hierin enthalten ist auch die Darstellung des Staats-, Neutralitäts- und Glaubensverständnisses dieser religiösen Gemeinschaft. Diese Kenntnis bildet eine wichtige Voraussetzung, um ihre Haltung in diktatorischen Regimen gedanklich nachvollziehen zu können. Es muß auf einzelne Glaubenslehren eingegangen werden, ohne deren Kenntnis der Leser die Haltung und das Selbstverständnis der religiösen Sondergemeinschaft nicht nachvollziehen kann. Die Fremdheit einer Glaubensrichtung läßt sich nur dadurch überwinden, in dem man sich zumindest ansatzweise mit ihr auseinandersetzt. Obwohl der Begriff "Sekte" im theologischen Sinne wertneutral lediglich eine Gemeinschaft bezeichnet, die eine neue Richtung in der Religionsausübung geht bzw. sich von der maßgebenden Kirche abgespalten hat, wird dieser Begriff hier nur gebraucht, wenn er aus den Quellen direkt zitiert wird. Dies geschieht, um pejorative Assoziationen, die im heutigen Sprachgebrauch mit dem Begriff Sekte verknüpft sind, zu vermeiden. Hier findet statt dessen der Begriff Glaubens- oder Religionsgemeinschaft Anwendung.

Nach diesem Überblick erfolgt eine Untersuchung der Zeit von 1945 bis zum Verbot am 31. August 1950. Hier ist besonders der Umstand von Interesse, daß die Angehörigen der Glaubensgemeinschaft nach Ende des Krieges von der sowjetischen Besatzungsmacht als Opfer des Faschismus anerkannt wurden. Innerhalb weniger Jahre wurde ihnen dieser Status aberkannt. Statt dessen bezichtigte man sie der Spionage für die USA und Westdeutschlands. Ein Vorgang, den es hier verständlich zu machen gilt.

Dem schließt sich die Darstellung der religiös bedingten Untergrundtätigkeit der Zeugen Jehovas an, sowie die grundsätzlichen Maßnahmen des MfS bis zum Jahre 1989.

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Forschungsstand

Einer sehr umfangreichen Dokumentensammlung des Kirchenhistorikers, Theologen und Sozialwissenschaftlers Gerhard Besier, in Zusammenarbeit mit dem Theologen Stephan Wolf ist es wohl zu verdanken, daß erstmals Dokumente aus MfS-Archiven über Jehovas Zeugen öffentlich gemacht wurden.4 Obgleich die Dokumentensammlung in der Hauptsache über die Arbeit des MfS gegen, bzw. mit der evangelischen Kirche berichten, wurde dennoch erstmalig die überaus breit angelegte Unterdrückungspraxis des MfS gegen Zeugen Jehovas mit Quellen des Geheimdienstes belegt.

In den Jahren und Jahrzehnten zuvor war immer wieder über die Religionsgemeinschaft in der DDR geschrieben worden. Doch war dies meist nicht ausführlich und beinhaltete oft lediglich westdeutsche Berichte über die justiziable Unterdrückungspraxis durch Gerichtsurteile. Oder es waren theologische Abhandlungen über Jehovas Zeugen, die auch auf wenigen Seiten die Unterdrückung in der DDR darstellten.5 Eine besonders unrühmliche Ausnahme bildete ein Bericht in der Zeitschrift "Der Spiegel", in der Ausgabe 30 vom 19. Juli 1961. Über einen früheren Zweigaufseher der Glaubensgemeinschaft in Deutschland, Erich Frost, war ein diffamierender Artikel erschienen, der vom MfS an die Zeitschrift lanciert worden war. Ohne die Möglichkeit einer Überprüfung durch die Redaktion wurden die Beschuldigungen, Frost habe einige Gläubige während seiner Gestapohaft verraten, abgedruckt.6

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In der DDR wurde im Vorfeld des Verbots vom 31. August 1950 bis zur Bekanntgabe des Verbots in der DDR-Presse am 4./5. September 1950 viel über Jehovas Zeugen geschrieben. Dies hatte lediglich den Sinn, die Glaubensgemeinschaft zu diffamieren und die Bevölkerung auf das Verbot vorzubereiten. Danach wurde nur noch selten über Jehovas Zeugen berichtet, da die verbotene Glaubensgemeinschaft aus dem Bewußtsein der Bevölkerung verschwinden sollte.

Auch in den Veröffentlichungen der Wachtturm-Gesellschaft (WTG)7 ist ab dem Verbot nur wenig über die Verfolgung in der DDR zu lesen. Es wurde zwar wiederholt über die dort herrschende Verfolgung berichtet, doch stand wohl im Vordergrund die Gläubigen nicht durch Erfahrungsberichte aus der DDR noch mehr ins Licht des MfS zu rücken. Selbst im Jahrbuch 1974 der Zeugen Jehovas, in dem erstmals die eigene Geschichte in Deutschland recht ausführlich beschrieben wurde, waren nur wenige Seiten der DDR gewidmet.

Im Jahr 1961 erschien in Westdeutschland das Buch "Ich war Zeuge Jehovas"8 von Günther Pape, einem ehemaligen Zeugen

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Jehovas, der 1950 aus der DDR geflüchtet war. In Form eines Lebensberichts hatte er seine Zeit als Zeuge Jehovas und seinen allmählichen Wandel hin zur katholischen Kirche beschrieben. Hatte sein Buch noch keinen Bezug zur DDR enthalten, war dies bei dem ebenfalls unter seinem Namen und unter demselben Titel 1961 in der DDR beim Deutschen Zentralverlag erschienen Buch schon anders. Das Gerippe seines westdeutschen Buches war von Dieter Pape (IME "Wilhelm"), seinem Bruder, verwendet worden, um eine an die DDR-Verhältnisse angepaßte Publikation zu fertigen. Inhalt und Vokabular hatten nur noch wenig Ähnlichkeit. In der BRD war Günther Papes Buch mit Hilfe der katholischen Kirche erschienen, in der DDR war die von seinem Bruder Dieter geänderte Veröffentlichung mit Hilfe des MfS entstanden.

Im Jahre 1970 erschienen ebenfalls in den beiden deutschen Staaten zwei Dokumentationen über Jehovas Zeugen. In der BRD: "Die Wahrheit über Jehovas Zeugen"9, ebenfalls von Günther Pape. In der DDR: Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft.10 "Bearbeitet und herausgegeben von Manfred Gebhard" (IM "Kurt Berg"). Mittlerweile ist bekannt, daß nicht Gebhard das Buch verfaßt hat, sondern die Veröffentlichung als Auftragswerk des MfS hauptsächlich von Dieter Pape in Verbindung mit mehreren anderen MfS-Mitarbeitern verfaßt wurde. Lange Zeit galt es als Standardwerk über Jehovas Zeugen und wurde in Lizenzausgabe 1971 auch in der BRD verbreitet. Die ideologischen Vorgaben beider Bücher waren nicht zu übersehen. Besonders die ostdeutsche Dokumentation zeichnete sich durch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, grob entstellende Tatsachenbehauptungen und nur auszugsweise kopierte Dokumente aus. Die westdeutsche Dokumentation Günther Papes war eine Kampfschrift, gedacht für Seelsorger und die kirchlichen Gläubigen.11

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In einer theologischen Dissertation12 aus dem Jahre 1972 wurden, ähnlich wie bei Hutten, hauptsächlich statistische Zahlen der Verfolgung in Ostdeutschland genannt.

Die in der DDR verfaßten theologischen Publikationen von Helmut Obst beinhalteten eine theologische Auseinandersetzung mit verschiedenen Glaubensrichtungen, unter anderem auch mit den Zeugen Jehovas.13

Ein politisch-kirchlich-historischer Blickwinkel wird bei einem Aufsatz des Diplom-Theologen Christian Pietsch sichtbar, der in der Westberliner Zeitschrift "Kirche im Sozialismus" (KiS) einen langen Artikel über die verbotene Glaubensgemeinschaft in der DDR schrieb.14 Obwohl er das Verbot vom 31. August 1950 als "Überreaktion" des Staates betrachtete, wäre der Staat jetzt daran nicht mehr interessiert, da das Verbot "offensichtlich nicht mehr aktiv durchgesetzt" würde, schrieb er 1985. Die Zeugen Jehovas würden sogar eine "möglichst schonungsvolle Behandlung" erhalten, um keine Märtyrer zu schaffen. Um der Glaubensgemeinschaft Herr zu werden, sollte der Staat gemeinsam mit CV und den Kirchen "sozusagen in einer konzertierten Aktion", die Religionsgemeinschaft zu einer "akzeptablen Religionsgemeinschaft" formen.

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Eine Dissertation an der Humboldt Universität in Ostberlin aus dem Jahre 1988 zeigt, daß das Bild über Jehovas Zeugen in der DDR offiziell bis zum Schluß erhalten blieb. Im Handbuch über Kirchen und Religionsgemeinschaften in der DDR wurden zugelassene und verbotene Religionsgemeinschaften kurz beschrieben. Die Einordnung von Jehovas Zeugen ähnelte der Einschätzung aus dem Jahr 1950. Sie wurden noch immer als gefährliche "Sekte" interpretiert, die amerikanische Außenpolitik unterstütze und imperialistische Propaganda betreibe.15

Zu einer zeitgeschichtlich wertfreien Darstellung war es somit bis zum Ende der SED-Diktatur nicht gekommen. Nach dem Öffnen der MfS-Akten nahm das Interesse an den tatsächlichen Geschehnissen in der DDR grundsätzlich zu und erst jetzt war es überhaupt möglich, sich ein genaueres Bild der Vorgänge zu machen.

Gleichzeitig mit der geschichtlichen Aufarbeitung begann auch der Versuch einer Geschichtsklitterung besonderer Art. Klaus-Dieter Pape, der Sohn Günther Papes und Neffe Dieter Papes versuchte im Materialdienst der EZW [Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen] die CV als ehrenamtliche Bewegung darzustellen, die vom Staatssekretariat für Kirchenfragen und durch Spenden finanziert worden sei.16

Ein Aufsatz über Jehovas Zeugen in der DDR von Rechtsanwalt Hans-Hermann Dirksen aus dem Jahre 1998 beleuchtete die ersten

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Nachkriegsjahre der Zeugen Jehovas in der DDR, gab einen Einblick in die folgenden Jahrzehnte.17

Der Religionswissenschaftlerin Gabriele Yonan gebührt das Verdienst, die erste Veröffentlichung über Jehovas Zeugen als "Opfer unter zwei deutschen Diktaturen" geschrieben zu haben. In dieser Kurzdarstellung geht sie in der Hauptsache auf die nationalsozialistische Verfolgung ein, stellt aber auch die Entwicklung bis zum Verbot in der DDR dar und zeigt in Ansätzen die Arbeit der Staatssicherheit gegen Zeugen Jehovas.18

In ihrer weiteren Veröffentlichung, die in Form einer Dokumentensammlung in Verbindung mit mehreren Aufsätzen verschiedener Autoren erschien, wurde die Vorgehensweise des MfS dokumentarisch öffentlich gemacht.19

Die Publikation des Historikers Gerald Hacke bietet einen Gesamtüberblick über Jehovas Zeugen in der DDR. Auch hier wird die Zersetzung des MfS in Form eines Überblicks beschrieben.20

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Weitere Arbeiten sind als juristisch-historische Arbeiten entstanden.21 Hier ist besonders die als Dissertation an der juristischen Fakultät der Universität Greifswald gefertigte Arbeit des bereits genannten Rechtsanwalts Hans-Hermann Dirksen hervorzuheben. Sie kann als Standardwerk betrachtet werden. Neben der strafrechtlichen Verfolgung und der Überprüfung angewandter strafrechtlicher Normen ist ebenfalls die Geschichte der Zeugen Jehovas ausführlich enthalten.22

In neuesten Studien über Widerstand und Opposition in der DDR fand bisher die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas unverständlicherweise kaum Beachtung.23

Eine religionssoziologische Studie wurde an der Universität Tübingen verfasst. Der Soziologe Robert Schmidt ging hierbei der Frage nach, wie denn eine verfolgte Religionsgemeinschaft nahezu vierzig Jahre in einer totalitär verfassten Gesellschaftsordnung überleben konnte ohne ihre abweichenden religiösen Wirklichkeitsvorstellungen und Verhaltensweisen aufzugeben.24

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Quellenlage

Die Grundlage für die Beleuchtung der geheimdienstlichen Arbeit gegen die Zeugen Jehovas bilden hier die MfS-Akten, die beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) in Berlin und in fünfzehn Außenstellen der ehemaligen Bezirke der DDR lagern. Der Gesamtaktenbestand hat etwa ein Ausmaß von 180 Kilometern Länge. Zehntausende von Aktenblättern liegen dort über die "Zersetzungsarbeit" gegen Zeugen Jehovas vor.

Als Mitglied einer verbotenen Glaubensgemeinschaft rückte man automatisch ins Blickfeld des MfS und wurde bei Bekanntwerden der Zugehörigkeit einer operativen Bearbeitung unterzogen. Das heißt, es wurde zunächst eine Operative Personenkontrolle (OPK) vorgenommen, die bedeutsame Anhaltspunkte über die betreffende Person erbringen sollte.

Stellte sich dabei heraus, daß der Betreffende eine nach DDR-Recht strafbare Handlung begangen hatte, wurde er einem Operativen Vorgang (OV) unterzogen. Ziel war die "Zersetzung" des Betreffenden. Wurde einer Gruppe unterstellt, sich nicht in das sozialistische Gesellschaftssystem fügen zu wollen, wurde ein Zentraler Operativer Vorgang (ZOV) durchgeführt, der von mehreren Diensteinheiten koordiniert werden konnte.

Im Archiv der BStU findet man somit äußerst umfangreiches Material in Form von Dokumenten, Berichten, Jahresplänen, Mitteilungen, Protokollen Anweisungen etc. Eine Quelle, die noch lange nicht ausgeschöpft ist.25

Aber auch im Bundesarchiv (BArch) und in der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO) in Berlin sind wichtige Informationen über Jehovas Zeugen in der DDR vorhanden und konnten hier ausgewertet werden. In der Hauptsache handelt es sich hier um Presseinformationen des [Seite 24 (in der gedruckten Ausgabe)] Innenministeriums, fotokopierte Zeitungsartikel, Polizeiberichte, Prozessakten, sowie der Korrespondenz des Staatssekretariats für Kirchenfragen (StfK) mit der Studiengruppe "Christliche Verantwortung", mit dem MfS und den Vertretern der Bezirke.

Ein Einblick in die Bestände des Evangelischen Zentralarchivs in Berlin erwies sich für die Klärung des Informationsaustausches zwischen der CV und den evangelischen Kirchen in der DDR als nützlich. Geht doch aus den dort gelagerten Zeitschriften der Konfessionskundlichen Forschungsstelle des Evangelischen Bundes ein konstanter, wenn auch einseitiger, Informationsfluß hervor.

Ebenso wurde die vielfältige Literatur der Zeugen Jehovas aus dieser Zeit eingearbeitet und es wurden Interviews mit Zeitzeugen geführt. Die Zeitzeugen hatten zum Teil auch schon persönliche Akteneinsicht in der Gauck-Behörde eingefordert und gewährten dem Verfasser Einblick in ihre Dokumente.

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1 Erich Mielke auf dem V. Parteitag der SED: "Gegen Feindtätigkeit und ideologische Diversion", entnommen aus: Karl Wilhelm Fricke, MfS intern, S. 83 ff. Köln 1991

2 Burski, Ulrich von, Die Zeugen Jehovas. Die Gewissensfreiheit und das Strafrecht, S. 3, Inaugural-Dissertation an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg/Breisgau, 1970.

3 Suckut, Siegfried (Hrsg.), Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen zur "politisch-operativen Arbeit", Stichwort: Zersetzung, operative, 2. Aufl., Berlin 1996.

4 Besier, Gerhard/Wolf, Stephan (Hrsg.), "Pfarrer, Christen und Katholiken". Das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR und die Kirchen, 2. Auflage, Neukirchen-Vluyn 1992. Vgl. Dokumente: 13, 14, 16, 17, 51, 52, 59, 92. 116, 163, 175, 176, 177.

5 Hutten, Kurt, Seher, Grübler, Enthusiasten. Das Buch der traditionellen Sekten und Sonderbewegungen, 6. Aufl. 1960, S. 117 f. Auch im Buch des Journalisten Marley Cole, Jehovas Zeugen. Geschichte und Organisation einer Religionsbewegung, Frankfurt/M. 1956, S. 206-209, wird nur kurz auf die Verfolgung in den kommunistischen Ländern eingegangen.

6 Dieser Vorwurf konnte mittlerweile entkräftet werden. Vgl. Hirch, Waldemar, Operativer Vorgang "Winter". "Zersetzungsmaßnahmen" des Ministeriums für Staatssicherheit gegen den Leiter des deutschen Zweiges der Zeugen Jehovas, Erich Frost, verbunden mit einem Mißbrauch westdeutscher Medien, Kirchliche Zeitgeschichte (KZG), Internationale Halbjahresschrift für Theologie und Geschichtswissenschaft, Göttingen, Heft 1/1999, S. 225-239. Dieser Verratsvorwurf wird bis in die Neuzeit wiederholt. Vgl. D. Hellmund, Kritische Reflexion über die Videodokumentation "Standhaft trotz Verfolgung" - Propaganda oder zeitgeschichtliche Dokumentation?, S. 397-401, in: Hans Hesse, (Hrsg.), "Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas". Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus, Bremen 1998. Hier zitiert Hellmund den Spiegel-Artikel als Beleg für den angeblich begangenen Verrat Frosts.

7 Die Watch-Tower Society (USA) bzw. die Wachtturm- Gesellschaft (Deutschland) ist eine juristische Person, bzw. die rechtliche Körperschaft der Religionsgemeinschaft. Hauptsitz ist in Brooklyn/New York. Die Hauptverantwortung für das weltweite Werk trägt die "leitende Körperschaft", eine Gruppe, deren Zahl nicht bindend festgelegt ist, die aber aus etwa 11-18 Männern besteht. Hier werden die verbindlichen theologischen Lehrmeinungen bestimmt. Die Zweigbüros der verschiedenen Länder achten auf die Einhaltung der aufgestellten Maßstäbe und sind vor Ort das theologische und juristische Organ der Watch-Tower Society. Die hauptverantwortlichen Personen in den Zweigbüros bilden das Zweigkomitee, das wiederum aus einer Gruppe von Männern besteht. Sie tragen die Verantwortung für die jeweiligen Länder.

8 Pape, Günther, Ich war Zeuge Jehovas, Winfried-Werk GmbH Verlag, Augsburg1961. Pape, Günther, Ich war Zeuge Jehovas, bearbeitet und gestaltet von Dieter Pape, VEB Deutscher Zentralverlag, Berlin 1961.

9 Pape, Günther, Die Wahrheit über Zeugen Jehovas. Problematik, Dokumentation, Rottweil 1970.

10 Gebhard, Manfred, Die Zeugen Jehovas. Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft, Urania-Verlag Leipzig/Jena/Berlin 1970, Lizenzausgabe Verlag Hubert Freistühler, Schwerte/Ruhr 1971.

11 Vgl. Besier, Gerhard, "Kreuzzug als Familienunternehmen. Bekehrung in der DDR: Wie die Papes über die Zeugen Jehovas aufklären", in: "Die Welt", Ausgabe vom 26. Januar 1999.

12 Hellmund, Dietrich, Geschichte der Zeugen Jehovas in der Zeit von 1870 bis 1920. Mit einem Anhang: Geschichte der Zeugen Jehovas in Deutschland (bis 1970), Kap. IV, 4., Dissertation, Hamburg 1972. – In einer juristischen Dissertationen aus den Jahren 1970 über Jehovas Zeugen in Deutschland fand das Thema DDR nur kurz in einer Fußnote Erwähnung. Burski, Ulrich von, Die Zeugen Jehovas. Die Gewissensfreiheit und das Strafrecht, S. 4, Fußnote 2, Inaugural-Dissertation an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg/Breisgau, 1970. Erwähnt werden muß auch die Arbeit von Bernd Eisenfeld, der die totale Wehrdienstverweigerung von Zeugen Jehovas hervorhebt. Eisenfeld, Bernd, Kriegsdienstverweigerung in der DDR - Ein Friedensdienst? Genesis, Befragung, Analyse, Dokumente, S. 41-48, 71-81, Frankfurt/M. 1978.

13 Obst, Helmut, Apostel und Propheten der Neuzeit. Gründer christlicher Religionsgemeinschaften des 19./20. Jahrhunderts, S. 237 ff., Ost-Berlin 1981. Obst, Helmut, Neureligionen, Jugendreligionen, destruktive Kulte, S. 356. Ost-Berlin 1984.

14 Pietsch, Christian, Verbotene Missionare. Die Zeugen Jehovas in der DDR, in: Kirche im Sozialismus. Zeitschrift zu Entwicklungen in der DDR, 11 (1985) 3, S. 116-124.

15 Münz, Dieter/Wachowitz, Harald, Theoretische und praktische Schlußfolgerungen der empirischen Untersuchungen der Beziehungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften in der DDR zur sozialistischen Gesellschaft, Berlin, Humboldt-Universität, Dissertation 1988, S. 312-317.

16 Dies hätte die Lage für Zeugen Jehovas entspannt. Aufgrund der Aufklärungsmaßnahmen von CV wären viele Gläubige davor bewahrt worden, ins Gefängnis zu gehen. Dieser Darstellung wurde von dem Theologen Falko Schilling in einer weiteren Ausgabe der EZW vehement widersprochen. Pape, Klaus-Dieter, Wie entstand die Zeitschrift "Christliche Verantwortung" in der DDR?, in: Materialdienst der EZW, 58, (1995) 1, S. 18-23. Schilling, Falko, Zur Zeitschrift "Christliche Verantwortung", in: Materialdienst der EZW, 58 (1995) 4, S. 121-123. Fincke, Andreas, Zwischen Widerstand, Ergebenheit und diplomatischem Lavieren. Sekten und Sondergemeinschaften in der DDR, in: Materialdienst der EZW, 57 (1994) 8, S. 217 -228 (Teil 1) bzw. 57 (1994) 9, S. 250-259, (Teil 2).

17 Dirksen, Hans-Hermann, Die Zeugen Jehovas in der DDR, S. 256-276, in: Hans Hesse, (Hrsg.), "Am mutigsten waren [...]", a. a. O. Regionalgeschichtlich interessant: Westphal, Göran, Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Weimar 1945-1990, S. 277-301, ebd.

18 Yonan, Gabriele, Jehovas Zeugen - Opfer unter zwei deutschen Diktaturen 1933-1945 1949-1989, Berlin 1999.

19 Yonan, Gabriele, Im Visier der Stasi. Jehovas Zeugen in der DDR, Niedersteinbach 2000.

20 Hacke, Gerald, Zeugen Jehovas in der DDR. Verfolgung und Verhalten einer religiösen Minderheit, herausgegeben vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden, Dresden 2000. Seine These, zwischen 1985 bis 1989 hätten sich Zeugen Jehovas in der DDR in einer Grauzone zwischen Duldung und Illegalität befunden ist diskussionswürdig. Schließlich wurden bis Ende 1989 Zeugen Jehovas vom MfS als Staatsfeinde eingeordnet, observiert und mit Geldstrafen belegt. Ihre Zusammenkünfte waren ebenso verboten wie die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Abendmahlsfeier. Bis zum Ende der DDR waren Kinder von Zeugen Jehovas von der Erweiterten Oberschule (EOS) ausgeschlossen. Ein Universitätsstudium war nicht möglich. Im Arbeitsleben kam es weiterhin permanent zu Benachteiligungen. Einzig die Wehrdienstfrage war inoffiziell zu Gunsten der Zeugen Jehovas entschieden worden.

21 Lahrtz, Jens-Uwe, "Maulwürfe unter religiöser Tarnung": Maßnahmen gegen die Zeugen Jehovas in Sachsen während ihrer Verfolgung durch die nationalsozialistische Diktatur und durch den SED-Staat, in: Sächsische Justizgeschichte, Bd. 8: Sächsische Justiz in der sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR. 1945 bis 1957, S. 59-92, Dresden 1998. Werkentin, Falko, Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht, hrsg. von Armin Mitter und Stefan Wolle (Forschungen zur DDR-Geschichte Bd. 1), Berlin 1995.

22 Dirksen, Hans-Hermann, "Keine Gnade den Feinden der Republik". Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in der SBZ/DDR 1945-1990, Berlin 2001. Nicht nachvollziehbar ist allerdings seine Aussage: "Wichtigstes Mittel dieser Verfolgung war das Recht und auch die Rechtsprechung" (S. 29). Das MfS konnte zu jeder Zeit in einer politisch relevanten Strafsache das Urteil im Vorfeld festlegen. Das MfS kontrollierte Staatsanwaltschaft und Gerichte. Vgl. z. B. Fricke, Karl Wilhelm, MfS intern. Macht, Strukturen, Auflösung der DDR-Staatssicherheit, S. 61 ff., unter dem Thema: "Staatssicherheit und Strafjustiz", Köln 1991.

23 Vgl. Henke, Klaus-Dietmar / Steinbach, Peter / Tuche, Johannes (Hrsg.), Widerstand und Opposition in der DDR, Köln 1999. Neubert, Ehrhart, Geschichte der Opposition in der DDR 1949-1989, Bonn 1997.

24 Robert Schmidt, Religiöse Selbstbehauptung und staatliche Repression. Eine Untersuchung über das religiös-vermittelte, alltägliche und konspirative Handeln der Zeugen Jehovas unter den Bedingungen von Verbot und Verfolgung in der SBZ/DDR 1945-1989, Berlin 2003.

25 Zitierte Quellen wurden nicht auf orthographische Unrichtigkeiten korrigiert. Ebenso ist Stil und Diktion wie im Original übernommen worden. Die Authentizität der Quellen sollte in dieser Arbeit nicht in irgendeiner Weise verändert werden, da durch die grammatischen Fehler und die Wortwahl bedingt auch auf die Persönlichkeit des Schreibers geschlossen werden kann.