wortungsbewussten Verhalten als Christ und Bürger. Übereinstimmend damit befasst sich CV mit Verkündigung und Organisation der Wachtturmgesellschaft. CV ist hier die erste Schrift verantwortungsvoller freier Diskussion für alle Versammlungen der WTG und ihrer einzelnen Glieder. Ehemalige möchten ihre Erfahrungen in CV kundtun, um zu helfen."41

Der zu erzielende Erfolg der "Zersetzungsmaßnahmen" läge in der Verantwortung der damit beschäftigten Diensteinheit und der beteiligten operativen Mitarbeiter. Sie hätten zur Aufgabe, Widersprüche "zu schaffen, zu vertiefen und oppositionelle Haltungen bei den Zeugen Jehovas zu erzeugen" (S. 11).

Von entscheidender Bedeutung wäre jedoch, dass "die 'CV-Tätigkeit' von der Wachtturmgesellschaft als auch von in Opposition stehenden Zeugen Jehovas nicht als eine vom Ministerium für Staatssicherheit gelenkte und inspirierte Bewegung erkannt" würde (S. 11).

Über die verschiedenen Diensteinheiten sollte über die Abteilung XX an CV besser zugearbeitet werden. Alle Informationen, die geeignet wären "zersetzend" zu wirken, sollten gesammelt und weitergeben werden, um sie in CV publizistisch zu nutzen.

Beim Großteil der IM, die in die Oppositionsbewegung integriert wurden, handelte es sich um ehemalige oder noch aktive Zeugen Jehovas, die davon überzeugt werden konnten, dass ihr religiöser Glaube von der WTG für politische Zwecke missbraucht wurde.

Besonders sollten die IM wie folgt vorgehen, um die "Zersetzung" zu forcieren (S. 22 f.):

  • "die Erzeugung von ablehnenden Haltungen bei Zeugen Jehovas zum Ostbüro und den angewandten Mitteln und Methoden der illegalen Tätigkeit auf dem Gebiet der DDR;
  • das Erkennen von Personen, die als 'Interessant' für die Wachtturmgesellschaft angesehen und für die Organisation gewonnen werden sollen;
  • ihr konsequentes Auftreten und Fordern von Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus der Gemeinschaft bei erkannten Fehlverhaltensweisen von Zeugen Jehovas, was gleichzeitig ihr Ansehen fördert."

Besonders der letzte Punkt zeigte, mit welchem Gegner Zeugen Jehovas es zu tun hatten. Einige Seiten zuvor hatte Wollenburg empfohlen, dass in der zersetzenden Zeitschrift den Lesern vorgehalten werden sollte, welch totalitäres System bei den Zeugen Jehovas herrschen würde, Zwang und Sanktionen würden angewandt, "bis hin zur 'Exkommunikation' bei Verstößen gegen die Regeln"

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41 Entnommen aus "Christliche Verantwortung", Ausgabe Nr. 9, S. l, Gera, Mai 1967.