Gerüchte, die in der Glaubensgemeinschaft kursierten, könnten gemäß Koepke vom MfS stärker ausgewertet werden. Hier könnte man eingreifen, ohne die Aufmerksamkeit auf sich und seine Quellen zu lenken. Die Möglichkeiten, die sich durch vermutete oder tatsächliche Vergehen einzelner Mitglieder eröffnen, sollten besser genutzt werden, da sich hier ein weites Betätigungsfeld eröffne.

Am wirksamsten hätten sich nicht angemeldete Besuche des MfS auf der Arbeitsstelle des Betroffenen und die kurzfristige Vorladung beim Rat der Gemeinde bewährt. Hier wäre eine Vorbereitung auf dieses Gespräch kaum möglich. Auch außerhalb der Zeugen Jehovas würde bekannt werden, dass gegen diese Person etwas vorliege und die Möglichkeit könnte genutzt werden, durch Streuen von Gerüchten über diese Person ihr in der Öffentlichkeit zu schaden.

Von Vorteil wäre es auch, wenn mehrere Zeugen Jehovas gleichzeitig zum VPKA geladen würden. Hier könnte man versuchen, durch psychologische Varianten, wie z.B. besonderes Bevorzugen einer Person, eine Person bleibt länger als die anderen etc., die Vorgeladenen gegenseitig zu verunsichern und Misstrauen zu erzeugen.

Besonderen Wert sollte man auf Informationen aus dem Ostbüro in Wiesbaden legen. Hier ließe sich die Wirksamkeit der MfS-Maßnahmen am ehesten herausfinden und mögliche Gegenstrategien in Erfahrung bringen.

Um Jehovas Zeugen nicht in eine "Märtyrerrolle" hineinzudrängen, sollte nicht der Glaube der Zeugen Jehovas, sondern nur ein konkret verletzter Straftatbestand oder eine Ordnungswidrigkeit staatliche Maßnahmen nach sich ziehen. Deshalb sollten offizielle sowie inoffizielle Informationen herangezogen werden und "taktisch klug" verwendet werden.

Das hieße:

  • "Diese Art der Einschätzung der Ausgangsmaterialien setzt einen konkreten Überblick über den betroffenen Bereich sowie umfassende Kenntnisse über die illegale Sekte voraus.
  • Aufklärung der Umstände der Straftat, der Ordnungswidrigkeit, des Vorsatzes sowie des betroffenen Personenkreises.
  • Klärung der Frage, wie ein Eingreifen berechtigter staatlicher Organe legendiert und realisiert werden kann. Kalkulation aller Umstände sowie Suche nach Möglichkeiten, direkte Maßnahmen des MfS zeitgemäß zu realisieren.
  • Überprüfung der sekteninternen Regeln auf ihre Verletzung hin, hier ist das Eingreifen staatlicher Organe nicht möglich.