• Von der konspirativen Handhabung jeder Information hängt ab, inwieweit überhaupt das MfS oder staatliche Organe oder beide abgestimmt eingreifen können."
  • Diese Vorarbeit müsse das MfS leisten, um staatliches Eingreifen zu ermöglichen. Was das MfS selbst mit den "erarbeiteten" Informationen zusätzlich unternehme, läge allein im Verantwortungsbereich des MfS.

    Besonderer Kritikpunkt bildete für Koepke das Fehlen von IM bei manchen Zersetzungsmaßnahmen. So schrieb er, dass erst ein Jahr nach Abschluss des OV "Duo" - hier ging es um Kuriertätigkeit - eine Reaktion sichtbar wurde: "die bekannten Zielpersonen benutzen keine VW-Kleinbusse mehr zur Einreise in die DDR".

    Eine Information, die zeigt, dass die MfS-Arbeit nicht überschätzt werden darf. Das war auch Koepke durchaus bewusst. Er schrieb zum Schluss seiner Arbeit:

    "Da bisher mangelhaft, sollten Auswirkungen von Maßnahmen der Zersetzung verstärkt für gezielte Maßnahmen der Kontaktierung von ZJ genutzt werden. Das sollte auch im Plan verankert werden."

    Nach 30 Jahren MfS-Arbeit gegen Zeugen Jehovas lag das Ziel der Unterminierung und Beseitigung der Religionsgemeinschaft noch in weiter Ferne.