BStU Berlin, HA XX/4, Archiv 932, Bl. 122-126,
Erarbeitung und Vorbereitung des Buches "Die Zeugen Jehovas - Eine Dokumentation über die Wachtturmgesellschaft" vom 5.1.1971. Urania-Verlag Leipzig / Jena / Berlin. Lizenzausgabe für die BRD im Verlag Hubert Freistühler in Schwerte/Ruhr.

Dieses Dokument zeigt ganz hervorragend die zielgerichtete, destruktive Arbeit des MfS gegen Zeugen Jehovas. Das als "Dokumentation" getarnete Buch gegen Zeugen Jehovas war ein Auftragswerk, das von vier Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) im Auftrag und unter wesentlicher Mitwirkung der Stasi-Hauptabteilung XX/4 angefertigt wurde. Dessen weite Verbreitung hatte oberste Priorität. Der nach außen hin als Verfasser genannte Manfred Gebhard war lediglich ein Strohmann, der für seine Dienste 3.000,00 Mark Provision erhielt. Selbst Gebhard schrieb beispielsweise 1983 an das Staatssekretariat für Kirchenfragen über eine Textpassage der Dokumentation: "Die Verfasser des Urania-Buches meinten die von Ihnen ausgewählte Textpassage, die sich bei näherem Hinsehen als Halbwahrheit übelster Machart erweist, mit den Worten kommentieren zu können, es sei eine Hetztirade, diemal ganz im Stil eines Joseph Goebbels gehalten." Siehe: W. Hirch, "Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas...", S. 314, aus: BArch Berlin, DO4, 1179, M. Gebhard an das StfK, S. 4 ff. vom 31.5.1983.