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Jehovas Zeugen in Europa - Geschichte und Gegenwart

Gerhard Besier, Katarzyna Stoklosa (Hgg.), Band 1: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien. Berlin 2013, Lit Verlag, 736 Seiten.

Seit etwa 150 Jahren gibt es die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen in Europa. Ihr Weg in den einzelnen Ländern war auch davon abhängig, wie diese missionierende Gemeinschaft von der Mehrheit der Andersgläubigen, der Staatsmacht und den etablierten Kirchen behandelt wurde. Insofern ist die Geschichte von Jehovas Zeugen in Europa auch eine Geschichte über die gesellschaftliche Verfasstheit dieser Länder - deren Bereitschaft, religiöse Minderheiten zu akzeptieren und zu integrieren. Nicht nur in Diktaturen, sondern auch in manchen demokratischen Staaten erlebten Jehovas Zeugen Unterdrückung und Verfolgung, in anderen konnten sie sich relativ frei entfalten. Wie sich die unterschiedlichen Verhältnisse auf die Religionsgemeinschaft in der jeweiligen nationalen Gesellschaft auswirkten und welche Herausforderungen - zum Teil bis in die Gegenwart - Jehovas Zeugen zu bestehen hatten und noch haben, ist das Thema dieser auf drei Bände angelegten Studie.

http://www.amazon.de/Jehovas-Zeugen-Europa-Griechenland-Niederlande/dp/3643115083

 

Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich und in Der DDR. Feindbild und Verfolgungspraxis

Gerald Hacke, Göttingen 2011, Vandenhoeck & Ruprecht, 457 Seiten.

 In den fünfzig Jahren, in denen in Deutschland Vertreter zweier ideologischer Heilsbotschaften herrschten, war die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas verboten. Beide Regime glaubten in der Verweigerung eingeforderter Loyalitätsgesten, in der Verneinung jeglicher Wehr- und Kriegsdienste sowie in der illegalen Weiterführung des Glaubenslebens eine unmittelbare Bedrohung für ihre Herrschaft zu erkennen. Viele der Gläubigen ließen ihr Leben, Tausende wurden eingekerkert, verloren ihre berufliche Existenz oder wurden anderweitig drangsaliert. Lange Jahre von der Öffentlichkeit und der Geschichtsforschung vernachlässigt, sind die Zeugen Jehovas heute keine »vergessenen Opfer« mehr.

Die fulminante Studie von Detlef Garbe „Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im ‚Dritten Reich’“ hat sowohl unter Historikern als auch innerhalb der Glaubensgemeinschaft weitere Aktivitäten zur Erforschung und Schilderung der Leiden unter der nationalsozialistischen Diktatur und unter dem SED-Regime angeregt. Daher soll der Blick in dieser Studie ganz bewusst nicht auf die Leiden der Opfer, sondern vielmehr auf die Institutionen der Repression und ihre Methoden gerichtet werden.
Trotz des Exklusivitätsanspruchs der Glaubensgemeinschaft und des Sonderstatus, den ihnen beide Regime zuordneten, kann es in verschiedener Hinsicht aufschlussreich sein, die Verfolgung der Glaubensgemeinschaft zum Mittelpunkt einer Betrachtung zu machen, wenn ihr Fall paradigmatisch dafür gesehen wird, wie abweichendes Verhalten politisiert und kriminalisiert, wie Feindbilder konstruiert sowie verbreitet wurden und wie diese sowohl das Repressionskonzept als auch das angewandte Methodenrepertoire beeinflussten.

http://www.v-r.de/de/title-0-0/die_zeugen_jehovas_im_dritten_reich_und_in_der_ddr-1005495/

 

Die Zeugen Jehovas in Ostmittel-, Südost- und Südeuropa: Zum Schicksal einer religiösen Minderheit

Sebastian Koch, (Hrsg.), Religion - Staat - Gesellschaft, Zeitschrift für Glaubensformen und Weltanschauungen, Lit Verlag, Berlin 8. Jahrg. 2007, Heft 1., 169 Seiten

Bei den Zeugen Jehovas handelt es sich um eine aus den USA kommende Glaubensgemeinschaft, die seit etwa 100 Jahren auch in Europa ansässig ist. Bis in die Gegenwart lässt sich die Geschichte dieser religiösen Minderheit als Verfolgungsgeschichte charakterisieren. Mit Hilfe des Staates suchten vielerorts die religiösen Mehrheiten - zum Teil bis heute - die ihnen unliebsame Konkurrenz zu unterdrücken und zu kriminalisieren. In dem vorliegenden Band wird die Geschichte und gegenwärtige Situation der Zeugen Jehovas in Rumänien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Italien und Spanien dargestellt.

http://www.amazon.de/Zeugen-Jehovas-Ostmittel-S%C3%BCdost-S%C3%BCdeuropa/dp/3825806839

 

Jehovah's Witnesses in National Socialist Concentration Camps,1933-45

Johannes Wrobel, Religion, State & Society, The Keston Journal, Routledge Taylor & Francis Group, ISNN 0963-7494, vol. 34, no. 2, June 2006, pp. 89-125

ABSTRACT AND SUMMARY

Jehovah’s Witnesses, or ‘Earnest Bible Students’, were banned and persecuted from the beginning of the National Socialist regime because of their non-compliance with National Socialist ideology and practices. They constituted one of the main categories of ‘protective custody prisoners’. By March 1934, 400 Jehovah’s Witnesses, or 40 per cent of 1000 arrested, had been sent to early concentration camps in Germany. Between 1933 and 1935 several hundred of the 3000 German believers taken into custody became a distinguishable group of prisoners in the early terror camps of the National Socialists.

...

The existing historical material demonstrates that Jehovah’s Witnesses are a distinctive and distinguishable victim and prisoner group of the National Socialists from the beginning of the regime. Future investigations should seek to provide more detailed and complete statistics on the early camps (1933 - 35/36) and the main concentration camps (1936 - 45) and to shed more light on the role and fate of Jehovah’s Witnesses in Hitler’s prisons. Academic research into these and other areas, which must also include oral-history reports from survivors, is crucial for ensuring that the memory of the prisoners with the ‘purple triangle’ in concentration camps and the thousands of other Jehovah’s Witnesses who suffered persecution under National Socialism will not sink into oblivion. The ‘purple triangle’ is both a document of contemporary history and a call to remembrance.

http://www.jwhistory.net/english/wrobel-concentration-camps2006.htm

 

Repression und Selbstbehauptung: Die Zeugen Jehovas unter der NS- und der SED-Diktatur

Gerhard Besier, Clemens Vollhals (Hg.), Berlin 2003, Duncker & Humblodt, 421 Seiten

Die kleine Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas zählt zu jenen vergessenen Opfergruppen der NS-Diktatur, deren Schicksal und Leid in der öffentlichen Erinnerung lange Zeit verdrängt worden ist. Und zwar in West wie Ost gleichermaßen. Die Leidensgeschichte dieser missionarisch sehr aktiven Religionsgemeinschaft war jedoch mit dem Zusammenbruch der NS-Diktatur keineswegs beendet. Bereits 1950 wurden sie in der DDR erneut verboten und abermals Opfer harter Verfolgungsmaßnahmen, wie sie keine andere Religionsgemeinschaft erdulden mußte. Insgesamt wurden über 6000 Zeugen Jehovas verhaftet und teils zu äußerst harten Strafen verurteilt, gut ein Fünftel der Verurteilten waren Frauen. Es ist wohl dem Mechanismus der gesellschaftlichen Marginalisierung und der Ausgrenzung zuzuschreiben, daß die einzigartige Kontinuität der Verfolgung in beiden deutschen Diktaturen über Jahrzehnte hinweg von der Forschung kaum wahrgenommen wurde, von der Öffentlichkeit ganz zu schweigen.In beiden Systemen hielten die Zeugen Jehovas unerschütterlich an dem Grundsatz der strikten politischen Abstinenz fest. Sie untersagten ihren Anhängern die Mitarbeit in politischen Organisationen und Parteien, enthielten sich der Ausübung des Wahlrechts und verweigerten, was am schwersten wog, konsequent den Militärdienst. Diese Grundsätze der privaten Lebensführung stellten keine bewußte politische Opposition dar, sondern resultierten aus der Glaubenslehre und der Bereitschaft zum duldsamen Märtyrertum. Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in den totalitären Weltanschauungsdiktaturen ist vor allem eine Geschichte standhafter Verweigerung aus ihrem Glauben heraus.Der vorliegende Sammelband enthält einen fundierten Überblick über den Forschungsstand und beleuchtet die unterschiedlichen Facetten des Themas.

http://www.amazon.de/Repression-Selbstbehauptung-Zeugen-Jehovas-SED-Diktatur/dp/3428106059

 

Religiöse Selbstbehauptung und staatliche Repression Eine Untersuchung über das religiös-vermittelte, alltägliche und konspirative Handeln der Zeugen Jehovas unter den Bedingungen von Verbot und Verfolgung in der SBZ / DDR 1945-1989

Robert Schmidt, Berlin 2003, Logos Verlag, 332 Seiten

Wie kann eine verfolgte religiöse Überzeugungsgemeinschaft nahezu vierzig Jahre in einer totalitär verfassten Gesellschaftsordnung Überleben ohne ihre abweichenden Wirklichkeitsvorstellungen und devianten Verhaltensweisen aufzugeben ? In der vorliegenden religionssoziologischen Studie wird der Versuch unternommen, diese Fragestellung von einer mehrdimensionalen Perspektive her zu beantworten. Mit Hilfe eines integrierten methodischen Ansatzes sollen die konkreten Erfahrungen der Gläubigen sowie die öffentlichen Wirkungen und Konsequenzen ihres Verhaltens und Verweigerns nicht nur in ihren individuell religiösen und alltäglichen Bedeutsamkeiten betrachtet, sondern gerade auch mit der strukturgeschichtlichen Untersuchung und einer Analyse der herrschaftlichen Verhältnisse in der ehemaligen DDR in Beziehung gesetzt werden. In der alltäglichen Behauptung des subjektiv religiösen Willens und der Fortführung der kollektiv religiösen Praxis findet sich die Antwort und Reaktion der Zeugen Jehovas auf die ihnen vom Staate entzogene religiöse Rede- und Ausdrucksfreiheit.

http://www.amazon.de/Religi%C3%B6se-Selbstbehauptung-staatliche-Repression-religi%C3%B6s-vermittelte/dp/3832502157

 

"Keine Gnade den Feinden unserer Republik" Die Strafverfolgung der Zeugen Jehovas in der SBZ/DDR 1945-1990

 Hans-Hermann Dirksen, Berlin 2001, Verlag Dunker & Humblot, 939 Seiten

Nach Kriegsende 1945 hatten Jehovas Zeugen in der SBZ ihr Evangelisierungswerk wieder aufgebaut. Wegen ihrer Verweigerungshaltung in der Zeit des Hitlerregimes erhielten sie den Status als "Opfer des Faschismus". Aufgrund ihrer öffentlichen Missionsarbeit entwickelte die SED aber bald einen politischen Argwohn gegenüber den Zeugen Jehovas. Für
christliche Neutralität und Wahlenthaltung war kein Platz im sozialistischen Aufbau. 1949 stempelte sie das Politbüro als amerikanisch beeinflußte Sekte undals Fremdkörper in Ostdeutschland ab. Durch ihre angeblich aufbaufeindliche Tätigkeit behinderte sie das weitere Voranschreiten des Sozialismus. Nach einer durch das Ministerium für Staatssicherheit durchgeführten landesweiten Verhaftungsaktion wurde die Religionsgemeinschaft im August 1950 in der DDR verboten: "Die Tätigkeit der 'Zeugen Jehovas' in den letzten 10 Monaten hat klar bewiesen, daß diese den Namen einer Religionsgemeinschaft fortgesetzt für verfassungswidrige Zwecke mißbrauchen ... Gleichzeitig ist festgestellt, daß die 'Zeugen Jehovas' dem Spionagedienst einer imperialistischen Macht dienstbar sind." Ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichts im Oktober 1950 wurde in den nächsten Jahren Grundlage für eine Vielzahl von Strafverfahren gegen Zeugen Jehovas vor den Landgerichten der DDR. In den folgenden Jahrzehnten wurden ca. 6000 Zeugen Jehovas verhaftet und zumeist zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Die Verfolgung dauerte nahezu bis zum Ende der DDR.
Der Verfasser zeigterstmalig auf, wie das Politbüro der SED Jehovas Zeugen zu verfolgen begann, und analysiert die von Strafgerichten in der DDR gesprochenen Urteile. Weitere Schwerpunkte der Dokumentation stellen die erbitterte Bekämpfung durch das MfS wie auch die Verfolgung der Wehrdienstverweigerer dar.

http://www.amazon.de/Zeitgeschichtliche-Forschungen-Feinden-unserer-Republik/dp/3428102177

 

Im Visier der Stasi  Jehovas Zeugen in der DDR

Gabriele Yonan, Niedersteinbach 2000, Verlag Corona, 352 Seiten

Vorwort / Ehrhart Neubert -- Einleitung / Gabriele Yonan -- "Jehovas Zeugen müssen verschwinden" / Hans-Hermann Dirksen -- Überblick zur Geschichte der Zeugen Jehovas in der SBZ/DDR / Johannes Wrobel -- Ehemalige Zeugen Jehovas im Dienste des MfS-Auftragswerk / Waldemar Hirch -- Christliche Verantwortung - "Zersetzung auf der Linie Zeugen Jehovas" / Gabriele Yonan -- Instrumentalisierung der Kirchen durch das "christliche" MfS-Organ? / Waldemar Hirch -- "Im Weigerungsfall können diese Jugendlichen kein Lehrverhältnis aufnehmen" / Annegret Dirksen und Johannes Wrobel -- Zwischen Duldung und Illegalität / Gerald Hacke -- "Warum machst Du Dir das Leben unnötig schwer?" / Willfried Leubner, mit Anmerkungen von Johannes Wrobel -- "Sie haben mich treulich begleitet" - Gedichte aus dem DDR-Strafvollzug / Meta Dluge, mit Anmerkungen von Johannes Wrobel -- Literatur (Auswahl) -- Abkürzungsverzeichnis.

http://www.booklooker.de/B%FCcher/Yonan+Im-Visier-der-Stasi-Jehovas-Zeugen-in-der-DDR/id/A01lrUve01ZZV

 

Widerstand als Bekenntnis Die Zeugen Jehovas und das NS-Regime in Baden und Württemberg

Hubert Roser (Hrsg.), Konstanz 1999, UVK Universitätsverlag Konstanz, 347 Seiten

Etwa 25.000 bis 30.000 Menschen gehörten 1933 in Deutschland der Religionsgemeinschaft "Zeugen Jehovas" an. Da sie den Hitlergruß aus Gewissensgründen wie auch den Kriegsdienst verweigerten, galten sie als Staatsfeinde. Als solche wurden sie verfolgt und inhaftiert. Einige Hundert wurden von Kriegsgerichten zum Tode verurteilt und hingerichtet. Dieser Band beleuchtet die Hintergründe der Verfolgung ebenso wie die geheimpolizeiliche Ermittlungspraxis.

http://www.uvk.de/buecher/geschichte/alle-buecher/db/titel/details/widerstand-als-bekenntnis////ch/35409f60ffd30d9153206457879e6753/

 

Jehovas Zeugen in Europa - Geschichte und Gegenwart, Gerhard Besier, Katarzyna Stoklosa (Hg.), Band 1: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal und Spanien. Berlin 2013, 736 Seiten.

Seit etwa 150 Jahren gibt es die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen in Europa. Ihr Weg in den einzelnen Ländern war auch davon abhängig, wie diese missionierende Gemeinschaft von der Mehrheit der Andersgläubigen, der Staatsmacht und den etablierten Kirchen behandelt wurde. Insofern ist die Geschichte von Jehovas Zeugen in Europa auch eine Geschichte über die gesellschaftliche Verfasstheit dieser Länder - deren Bereitschaft, religiöse Minderheiten zu akzeptieren und zu integrieren. Nicht nur in Diktaturen, sondern auch in manchen demokratischen Staaten erlebten Jehovas Zeugen Unterdrückung und Verfolgung, in anderen konnten sie sich relativ frei entfalten. Wie sich die unterschiedlichen Verhältnisse auf die Religionsgemeinschaft in der jeweiligen nationalen Gesellschaft auswirkten und welche Herausforderungen - zum Teil bis in die Gegenwart - Jehovas Zeugen zu bestehen hatten und noch haben, ist das Thema dieser auf drei Bände angelegten Studie.