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Das Sondergericht Darmstadt – NS-Schnelljustiz im Sinne des „Führers“.
Exemplarisches Beispiel eines Prozesses gegen einen Zeugen Jehovas.

Schon am 21. März 1933, somit nur wenige Wochen nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, wurden Sondergerichte etabliert, die zu einer dauerhaften Einrichtung der deutschen Rechtspflege im Dritten Reich wurden.

Unter dem Schein der Legalität waren Gerichte tätig, deren Aufgabe es war, nicht nur Unruhestifter zur Ordnung zu rufen und zu bestrafen, sondern hauptsächlich politische Gegner auszuschalten und sie vollständig "auszurotten". 1

Da Sondergerichte „eine neue Form der politischen Schnelljustiz“2 waren, zeichneten sie sich besonders durch ein gekürztes und straffes Verfahren aus. Die Sondergerichte waren, nach damaliger Darstellung „mit höchster Kompetenz ausgestattete Gebietskörper“, die im Interesse der „Staatssicherheit und der öffentlichen Ordnung“ in Verbindung mit einer „auserlesenen Richterelite den Angriffen von Staatsfeinden die Spitze schnell abbrechen“ sollten.3 Adolf Hitler selbst drückte es mit den Worten aus: „Oft handelt es sich darum, ein Flämmchen, das eine Flamme zu werden droht, beizeiten rücksichtslos auszutreten“4.

Die Zahl dieser Gerichte war zunächst gemäß der Zahl der Oberlandesgerichtsbezirke auf 26 festgelegt worden. Das Sondergericht Darmstadt war für den gesamten Volksstaat Hessen zuständig. Dieser bestand aus den Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg. Das Sondergericht bestand aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern mit je einem Vertreter.

Das Sondergericht Darmstadt setzte sich zu Beginn seiner Tätigkeit aus folgenden Richtern zusammen:

dem als Vorsitzenden amtenden Landgerichtsdirektor Gustav Weiss,
seinem Stellvertreter, Landgerichtsdirektor Ernst Schmidt,
dem Beisitzer, Landgerichtsrat Dr. Mickel,
seinem Vertreter, Landgerichtsrat Paul Stimmel,
dem Beisitzer, Amtsgerichtsrat Karl Heckler
seinem Vertreter, Amtsgerichtsrat Ludwig Lutz.5

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1 Idel, W., Die Sondergerichte in politischen Strafsachen, Diss., Freiburg, 1935, S. 39.
2 Hüttenberger, P., Heimtückefälle vor dem Sondergericht München, München 1933-1933, in : Broszat, Fröhlich, Grossmann (Hrsg.), Bayern in der NS-Zeit, Bd. 4, München 1981, S. 435.
3 Fleuchaus, B., Die Sondergerichte im Strafprozeß, Diss., Phillipsburg 1936, S. 16.
4 Gruchmann, L., Hitler über die Justiz, in: VFZG 1964, S.95.
5 Hirch, W., Untersuchung der NS-Sondergerichtsbarkeit anhand der Heimtückefälle im Kreis Darmstadt, Magisterarbeit an der TH Darmstadt 1988, S. 40.


Wir können davon ausgehen, dass etwa 2.000 Prozesse vor dem Sondergericht Darmstadt geführt wurden, wobei sich die genaue Zahl infolge der Kriegseinwirkungen nicht mehr ermitteln lässt.6
Vor diesem Gericht wurde, gemäß den noch vorhandenen Akten, gegen 102 Zeugen Jehovas verhandelt. Die Namen der Angeklagten sind weiter unten aufgeführt.

Zunächst hatte der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen am 19. April 1933 alle Versammlungen der Zeugen Jehovas und alle ihre Tätigkeiten, insbesondere die Verteilung von Druckschriften, verboten.
Am 18. Oktober 1933 wurde die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Hessen schließlich vom Hessischen Staatsministerium auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verboten und aufgelöst.

Exemplarisch soll hier ein Fallbeispiel betrachtet werden. Wie stichhaltig und begründet waren die Urteile, besonders wenn es um Mitglieder der Religionsgemeinschaft ging? Wie argumentierten die Richter bei ihrer Urteilsverlesung?

Anhand der Anzeige7 der Geheimen Staatspolizei Darmstadt gegen den damaligen Bezirksleiter Konrad Franke aus Mainz-Weisenau vom Dezember 19368 und dem am 5. Januar 1937 gesprochenen Urteil des Sondergerichts unter dem Landgerichtsdirektor Karl Heckler soll dies genauer herausarbeitet werden.

Der Anzeige vorausgegangen war, dass Konrad Franke bereits seit dem 31. August 1936 in Darmstadt in Schutzhaft war.
Die sogenannte Schutzhaft war das wichtigste Instrument der Gestapo, um politische Gegner des Nationalsozialismus zu bekämpfen. War die Schutzhaft vor 1933 nur für eine kurzfristigen Verwahrung von Personen gedacht, wurden durch die Notverordnung nach dem Reichstagsbrand Befristungen wie die richterliche Überprüfung aufgehoben. Für die Geheime Staatspolizei wurde damit eine Möglichkeit der polizeilichen Willkür geschaffen. Gerichtlicher Schutz stand den Inhaftierten nicht zu.
Willkürliche Misshandlungen und Schikanen waren alltäglich. Die Verhörmethoden der Gestapo waren äußerst brutal und es kam immer wieder zu schweren Misshandlungen, Beschimpfungen und Drohungen.

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6 Pingel-Rollmann, H., Widerstand und Verfolgung in Darmstadt und der Provinz Starkenburg 1933-1945, Diss., Darmstadt und Marburg 1985, S. 85

7 Geheime Staatspolizei Darmstadt, Anzeige gegen den Vertreter Max Konrad Franke in Mainz wegen Betätigung für die verbotene Internationale Bibelforscher-Vereinigung vom 15.12.1936, Staatsarchiv Darmstadt, Abteilung G 27, 582.

8 Der genaue Tag ist auf der Anzeige nicht enthalten. Da aber der Abschlussbericht der Gestapo über Franke, der die Vorlage für die Anzeige an das Sondergericht bildet, am 15. Dezember 1936 erstellt worden ist, muss die Anzeige kurz darauf erstellt worden sein.


Ohrfeigen, Fußtritte, Faustschläge, schmerzhafte Fesselungen, Misshandlungen durch Gummischläuche, Peitschen, Schlagringe und Ochsenziemer waren nur einige der gängigen Foltermethoden, um die Schutzhäftlinge zum Reden zu bringen.
In manchmal täglich stattfindenden Verhören versuchte die Gestapo, alle Informationen aus den Beschuldigten herauszufoltern. Diese Vernehmungen konnten sich über mehrere Monate hinziehen. Allen diesen Maßnahmen war gemeinsam, dass sie ohne Überprüfung durch Gerichte oder andere Verwaltungsbehörden angeordnet und im rechtsfreien Raum durchgeführt wurden.

Auch Konrad Franke erduldete solche Misshandlungen. Franke, geboren am 22. Dezember 1909, ließ sich im Alter von 14 Jahren als Zeuge Jehovas taufen. Wie er in seinem Lebensbericht9 schrieb, hatte „der erste Weltkrieg, der im Namen Gottes geführt“ worden war, in seiner Familie „tiefe Spuren hinterlassen“. In der Zeugen Jehovas Gemeinde ( Bezeichnung bis zum Jahre 1931: Ernste Bibelforscher) fanden sein Vater und auch er Antwort auf die Frage, „warum so viel Not und Elend über die Menschheit gekommen war“. Im Alter von 21 Jahren wurde er Vollzeitprediger und hatte im Jahre 1936 die verantwortliche Stellung eines Bezirksleiters (heutige Bezeichnung: Bezirksaufseher) inne.
Insgesamt wurde er fünfmal wegen seiner Tätigkeit als Zeuge Jehovas verhaftet.

Am 26. September 1935 wurde Franke vom Sondergericht Sachsen zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, da er bei einer Hochzeit von Verwandten Publikationen der Zeugen Jehovas ausgegeben hatte.10 Franke wurde im Jahre 1936 erneut verhaftet und für 9 Jahre eingesperrt; die letzten 4 Jahre davon verbrachte er im Konzentrationslager Sachsenhausen. Er gehörte zu der Gruppe von 230 Zeugen Jehovas, die im April 1945 gemeinsam den Todesmarsch von Sachsenhausen nach Schwerin überlebten. Von 1955 bis zum Jahre 1969 war Konrad Franke verantwortlich für den gesamten deutschen Zweig der Religionsgemeinschaft. Er starb am 31. Juli 1983.

In dem schon wenige Tage nach Erhalt der Gestapo-Anzeige gefällten Urteil vom 5. Januar 1937 bestätigt und wiederholt das Sondergericht in großen Teilen die Anführungen der Geheimen Staatspolizei.11 Dem Gericht war völlig bewusst, wie die Zeugenaussagen zustande kamen.

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9 Konrad Franke, „Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, erschienen im der Ausgabe vom 1. Juni 1963 in der Zeitschrift „Der Wachtturm“, hrsg. von Wachttum- Bibel- und Traktatgesellschaft, deutscher Zweig Wiesbaden.

10 Im Namen des Deutschen Volkes! Strafsache gegen Vertreter Max Konrad Franke…, Sitzung vom 5. Januar 1937, Vorsitzender Landgerichtsdirektor Heckler, Amtsgerichtsrat Lutz, Landgerichtsrat Dr. Schmidt als beisitzende Richter, Staatsanwalt Dr. Weinheimer als Beamter der Staatsanwaltschaft, Justizinspektor Weiner als Urkundsbeamter d. Geschäftsstelle, Staatsarchiv Darmstadt, Abteilung G 27, 582. Offenbar war hier die Gesamtzeit der Haft jedoch drei Wochen. Dies schreibt Franke in seinem Lebensbericht 1963, ebd. S. 342. Er berichtet dort auch von 2 Monaten Konzentrationslager-Haft im Jahre 1934.

11 Im Namen des Deutschen Volkes! Strafsache gegen Vertreter Max Konrad Franke…,Sitzung vom 11. Januar 1937, Vorsitzender Landgerichtsdirektor Heckler, Amtsgerichtsrat Lutz, Landgerichtsrat Dr. Schmidt als beisitzende Richter, Staatsanwalt Dr. Weinheimer als Beamter der Staatsanwaltschaft, Justizinspektor Weiner als Urkundsbeamter d. Geschäftsstelle, ebd.


Da es aber nicht darum ging, Recht im Sinne eines ordentlichen Gerichts zu sprechen, sondern um politische Gegner auszuschalten, war die Art der Beweisaufnahme für das Gericht nebensächlich.

In der Anzeige wurde festgehalten, dass es sich „bei den Bibelforschern [frühere Bezeichnung für Jehovas Zeugen, d. A.] um eine religiös getarnte jüdisch-marxistische Organisation handelt, deren Hauptziel die Vernichtung aller bestehenden Staatsformen und Regierungen und die Errichtung des Reiches Jehovas ist, in dem die Juden als das auserwählte Volk die Herrscher sein sollen.
Die Anhänger der Bibelforscher dürfen nach ihrer Lehre die Gesetze des Staates nur insoweit befolgen, als sie den Geboten Jehovas, die sie aus der Bibel lesen, nicht widersprechen.“12
Im Alltag würde sich diese Lehre negativ auf den „deutschen Volkskörper“ auswirken, denn im Alltag hätte die Lehre folgende Konsequenzen:

1) Da in der Bibel steht: ´Du sollst nicht töten` lehnen die Bibelforscher jeden Wehrdienst ab, leisten der Aufforderung zur Musterung keine Folge und versuchen andere Wehrpflichtige zur Verweigerung des Wehrdienstes zu veranlassen.13 Es sind sogar Fälle bekannt, in denen sie sich weigerten, am Bau von Kasernen mitzuarbeiten,

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12 Die beiden Großkirchen haben hier ein anderes Bibelverständnis und waren schnell bereit, dem NS-Staat Folge zu leisten, unterstützend zu wirken, später sogar Waffen zu segnen und um den Sieg des Deutschen Reiches zu beten. Vgl. Ernst Klee, Die SA Jesu Christi. Die Kirche im Banne Hitlers, Frankfurt/M., 1989. Der „Kirchenkampf“, von dem immer wieder berichtet wird, bezog sich eher auf einen Richtungskampf innerhalb der evangelischen Kirche selbst. Der national-sozialistische Obrigkeitsstaat wurde nicht in Frage gestellt. Die katholische Kirche hatte mit den Nazis ohnehin einen Partner im Kampf gegen den Bolschewismus gefunden und war insgesamt nicht bereit, sich gegen ihn zu wenden. Im Gegenteil unterstützte sie ihn nach Kräften.

Dagegen verweisen Jehovas Zeugen auf die Aussagen des Apostels Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom. Hier ist besonders das Kapitel 13 und die Verse 1 ff. ausschlaggebend. Sie kennzeichnen das Verhaltensmuster der Zeugen Jehovas gegenüber dem Staat. Der Gehorsam, der dem Staat (der weltlichen Obrigkeit) geschuldet wird, ist nie absolut, sondern immer auf die Gesetze Gottes hin zu überprüfen. Der Staat ist somit nicht die einzige Autorität, der sich ein Christ zu fügen hat. Sollten die Anweisungen eines Staates mit den Anweisungen Gottes, die in der Bibel niedergeschrieben wurden, kollidieren, tritt der Loyalitätsanspruch des Staates hinter die Gesetze Gottes zurück. Die Autorität Gottes ist der des Staates übergeordnet. Nähere Angaben hierzu siehe unter anderem unter: W. Hirch, Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas während der SED- Diktatur unter besonderer Berücksichtigung ihrer Observierung und Unterdrückung durch das Ministerium für Staatssicherheit, Kapitel: „Grenzen des Gehorsams oder ist die Staatsloyalität grenzenlos?“, S. 49 ff., Frankfurt/M.2003.

13 Siehe hierzu: „Jehovas Zeugen verweigern sich Hitlers 1939-1945“, Rede von Priv.-Doz. Dr. Wolfram Wette, Universität Freiburg, anläßlich der Ausstellung „Standhaft trotz Verfolgung - Jehovas Zeugen unter dem NS- Regime“ vom 25. April 1998 in Freiburg i.Br. „Denn jene Männer, die als Zeugen Jehovas den Kriegsdienst verweigerten, konnten immerhin sicher sein, dass ihre Religionsgemeinschaft voll hinter ihnen stand und sie in jeder Phase ihres schweren Weges moralisch unterstützte. Verweigerer aus den Reihen der beiden Großkirchen dagegen mussten auf eine solche Rückendeckung verzichten. So erklärt es sich, dass es in der NS-Zeit generell nur ganz wenige evangelische und katholische Kriegsdienstverweigerer gegeben hat. Bekannt sind lediglich 12 katholische und 4 evangelische Verweigerer.“ Sein Gesamtvortrag ist hier nachzulesen:
http://www.standhaft.org/forschung/index.html

Da sich die Kirchen dem Staat untergeordnet hatten, leisteten die Gemeindeglieder wie auch die national-sozialistischen bzw. national orientierten Pfarrer selbstverständlich Kriegsdienst. In der Zeitschrift der


 da diese dazu bestimmt seien, Soldaten Unterkunft zu geben und diese Soldaten später einmal gegen den Feind kämpfen und also töten müßten.14

2) Die Bibelforscher beteiligen sich nicht am Luftschutz, da sie nach der Bibel in Gottes Hand stehen und deshalb nicht verhindern dürfen, daß eine Bombe einschlägt, wenn Gott es will.15

3) Die Bibelforscher beteiligen sich nicht an der Wahl, da sie bereits ihren Gott Jehova gewählt haben und ´nicht zwei Herren dienen können`.16

4) Die Bibelforscher verweigern die Mitgliedschaft bei der NSDAP und ihren Formationen, da es sich bei diesen um rein irdische Organisationen handele.17

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Bekennenden Kirche, der „Jungen Kirche“, konnte man deshalb auch immer wieder Todesanzeigen von gefallen Pfarrern und Pfarrerssöhnen lesen.

Todesanzeige Beispiel 1: „Der Herr über Leben und Tod nahm im Kampfe für Volk und Vaterland unsren lieben Amtsbruder TheodorMaaß, Pastor der Bekennenden Kirche in Podejuch (in Pommern, d.A.) im Alter von 28 Jahren von uns in das Reich seines Friedens. Klar und entschieden ging er den Weg freudigen Bekennens im Licht des Evangeliums. Der Herr lasse ihn schauen, was er geglaubt und verkündet hat.
Der Bruderrat der Evangelischen Kirche in Pommern“.
Todesanzeige Beispiel 2: „Unser lieber jüngster Sohn Franz Dibelius Gefreiter in einem MG-Bataillon ist am 28. Mai im Alter von 20 Jahren für das Vaterland gefallen. Wir preisen Gott, daß seinem jungen Leben ein fester
Glaube geschenkt war. Hebr. 10,39 war sein Konfirmationsspruch. Berlin-Lichterfelde-West, im Juni 1940. Zugleich im Namen der Geschwister Generalsuperintendent Dibelius und Frau Irmgard, geb. Wilmanns.“ In: Ernst Klee, Die SA Jesu Christi. Ebd., S. 142. Hervorhebung durch den Verfasser.

Zum Thema Kriegsdienstverweigerung durch Zeugen Jehovas siehe auch: Antje Zeiger, Zeugen Jehovas im Konzentrationslager Sachsenhausen, in: Hans Hesse (Hrsg.), „Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“, Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus, S. 76-101, hier S. 76 ff., Bremen 2000.

14 Jehovas Zeugen verweigerten ihre Beteiligung an allen Arbeiten und Maßnahmen, die dazu dienen sollten, auf den Kriegsfall vorzubereiten bzw. für den Krieg von Nutzen zu sein. Neben der Verweigerung, am Kasernenbau mitzuhelfen, wurde selbstverständlich auch die Beteiligung an irgendwelcher Waffenproduktion konsequent verweigert.
Aus dem KZ Ravensbrück wird davon berichtet, dass über 80 Zeuginnen Jehovas sich weigerten, Strohschuhe für Soldaten an der Ostfront herzustellen. Als Strafe wurden Ihnen die ohnehin schon kargen Essenrationen zunächst um die Hälfte gekürzt und sie erhielten 25 Stockschläge. An dieser Misshandlung starben zunächst zwei der Frauen. Als diese und weitere Schikanen und Strafen keine „Einsicht“ brachten, wurden die Essenrationen weiter gekürzt und ärztliche Hilfe verweigert: „Jehova solle sie heilen“. Dreizehn der Glaubensschwestern, die man für die „die Führer der Gruppe“ hielt, wurden durch Erhängen ermordet. Entnommen aus: Tineke Piersna, Ihrem Glauben treu. Die Verfolgung von Jehovas Zeugen in den Niederlanden während des zweiten Weltkriegs“ S. 480f, unter dem Kapitel: Jehovas Zeugen in den Lagern: ihre Stellung, Haltung und Bedeutung. In: , Gerhard Besier, Katarzyna Stoklosa (Hgg.), Jehovas Zeugen in Europa. Geschichte und Gegenwart, Bd. 1, Berlin 2013.

15 Auch der Bau von kriegswichtigen Luftschutzbunkern wurde abgelehnt. Die Aussage, dass JZ nicht verhindern wollen, „das eine Bombe einschlägt, wenn Gott es will“ ist falsch. Jehovas Zeugen machen nicht Gott für Kriege verantwortlich und insofern „will“ er auch nicht, dass Kriege geführt werden und Menschen durch Bomben oder durch andere Waffen umkommen. Jehovas Zeugen haben noch nie gelehrt, dass Gott Bomben einschlagen lässt.

16 Vgl. W. Hirch, Die Glaubensgemeinschaft der …, S. 49 ff.

17 Wenn sich Jehovas Zeugen diesen national-sozialistischen Gruppierungen angeschlossen hätten, käme dies einem Zugeständnis und einer Unterordnung unter die NS-Ideologie gleich. Sie hätten sich damit selbst ad absurdum geführt. Auch hier haben sie sich gravierend von den Kirchen unterschieden.


Ferner verweigern sie die Teilnahme an Betriebsapellen und am Winterhilfswerk.18

5) Der Eid auf den Führer wird von ihnen nicht geleistet, da sie bereits Jehova verschworen sind und diesem gegenüber nicht wortbrüchig werden wollen.

6) Der Gruß ´Heil Hitler` wird von den Bibelforschern abgelehnt, weil nach der Bibel ´das Heil` allein von Jehova kommt und der Gruß ´Heil Hitler` somit eine Menschenverherrlichung und eine Gotteslästerung sei.

7) Da nach der Lehre der Bibelforscher alles, was Menschenantlitz trägt, gleich ist, lehnen sie die Rassegesetzgebung des national-sozialistischen Staates ab.“

Besonders hervorgehoben wurde, dass sie „im Auslande gegen das Dritte Reich einen wahren Greuelpropagandafeldzug entfesselt“ hätten. Das hierfür genutzte Material sei ihnen „von im Reich lebenden Glaubensbrüdern und – schwestern geliefert“ worden.

In der Anzeige wurden die vielfältigen Aktivitäten Konrad Frankes auf mehreren Seiten näher erläutert. Er wurde als „der Hauptverantwortliche für die während der letzten Jahre in ganz Südwestdeutschland betriebene illegalen Arbeit der ´Internationalen Bibelforscher-Vereinigung`“ bezeichnet. Er habe „tatkräftig an der Vervielfältigung und Verbreitung von aus der Schweiz eingeschmuggelten Bibelforscherschriften mitgewirkt, die Greuelnachrichten über Deutschland enthielten und bestimmt waren, zersetzend innerhalb der Bevölkerung im Reiche zu wirken. Er selbst hat das Material zur Aufstellung dieser Greuelnachrichten dem Beauftragten Ruban19 geliefert.

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18 Die NSV ( Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) gliederte sich als angeschlossener Verband der NSDAP in Gau-, Kreis- und Ortsgruppenverwaltungen, Zellen und Blöcke. Gelenkt wurde sie vom Hauptamt für Volkswohlfahrt in der Reichsleitung der NSDAP. Das Winterhilfswerk war ein unentbehrlicher Finanzier der NS- Volkswohlfahrt, die ihrerseits eine nationalsozialistische rassisch-erbbiologische Volkspflege betrieb. Vgl. Herwart Vorländer, Die NSV. Darstellung und Dokumentation einer nationalsozialistischen Organisation, Boppard am Rhein, 1988.

19 Falsche Schreibweise im Urteil des SG. Es handelt sich um Wilhelm Ruhnau, der völkerrechtswidrig am 25. September 1936 in der Freien Stadt Danzig von der Gestapo entführt und verhaftet worden ist. Ruhnau blieb seitdem verschollen und es war eindeutig, dass er in Haft ermordet wurde. Vgl. Franz Zürcher, Kreuzzug gegen das Christentum. Moderne Christenverfolgung. Eine Dokumentensammlung, Zürich, 1938. Jehovas Zeugen hatten sich wegen W. Ruhnau auch an den Generalsekretär des Völkerbundes gewandt, da die autonome Freie Stadt Danzig und die Verfassung dieser Stadt unter dem Schutz des Völkerbundes, das durch einen Kommissar vertreten war, stand. Jedoch lebten in der Stadt fast ausschließlich Deutsche und die NSDAP regierte mit absoluter Mehrheit seit 1933 im Volkstag. Die Verfassung der Freien Stadt Danzig war das Papier nicht wert, auf das es gedruckt war. Art. 74 lautete, dass die Freiheit der Person unverletzlich sei. Nur aufgrund von Gesetzen dürfe die persönliche Freiheit eingeschränkt werden. Art. 76: Abs. 2: Dem Auslande gegenüber haben alle Staatsangehörigen inner- und außerhalb des Staatsgebietes Anspruch auf den Schutz des Staates. Abs. 3: Kein Staatsangehöriger darf einer ausländischen Regierung zur Verfolgung oder Bestrafung überliefert werden. Art. 96:Es besteht volle Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die ungestörte Religionsübung wird gewährleistet und steht unter staatlichem Schutze. Der Genuss bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte sowie die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Verfassung der Freien Stadt Danzig vom 17.11.1920 in der Fassung vom 14.06.1922.


Wenn man außerdem berücksichtigt, daß das Programm der Bibelforscher die Vernichtung der Regierungen aller Länder und somit auch Deutschlands vorsieht, so sei seine Handlungsweise einer Vorbereitung zum Hochverrat gleichzustellen.“

Das Gericht verurteilte Franke „wegen Vergehens gegen das Verbot der Internationalen Bibelforschervereinigung“ zu 5 Jahren Gefängnisstrafe und zur Bezahlung der Verfahrenskosten. Das Gericht sah es als erwiesen an, das Franke, wie Zeugen Jehovas insgesamt, das staatliche Verbot nicht anerkannt habe und sich danach ausrichteten „Gott mehr gehorchen“ zu müssen als den staatlichen Anordnungen. Franke selbst habe eine „ausserordentlich rührige Tätigkeit entwickelt“und„einen großen persönlichen Einfluss ausgeübt“,um die Organisation voranzubringen.

Als weitere Begründung wird aufgeführt:
„Das Verbot der IBV gründet sich auf die Feststellung der Staatsgefährlichkeit dieser Organisation, die insbesondere darauf beruht, dass von den Anhängern der IVB jegliche Autorität des Staates verneint und bekämpft wird.20 Es werden nicht nur staatliche Anordnungen missachtet und durch passive Resistenz sabotiert, vielmehr wird durch die Bestrebungen der ZJ auch die außenpolitische Stellung des Reiches dadurch geschwächt, dass die ZJ auch nach Wiedereinführung der allgemeinen Dienstpflicht sich als Gegner dieser Massnahmen betätigen und damit die Grundlagen für den Bestand eines freien und geachteten Deutschen Reiches anzutasten und zu erschüttern versuchen. … Neben dieser Staatsgefährlichkeit der IVB im allgemeinen musste auch das jahrelange, ausserordentlich intensive Mass der Betätigung des Angeklagten straferschwerend berücksichtigt werden. Der Staat muss im Interesse der Selbsterhaltung gegen derartige staatsfeindliche Elemente mit schärfsten Mitteln vorgehen und dafür sorgen, dass dieses ihren unheilvollen Einfluss auf andere, leicht zu verführende Volksgenossen ausüben können. Aus den angegebenen Gründen hielt es das Gericht in vorliegendem Falle daher für angebracht, auf die gesetzlich zulässige Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis zu erkennen.“

Der Vorsitzende des Sondergerichts Darmstadt wusste nur einen Weg, wie mit Zeugen Jehovas umzugehen sei. In einer 22seitigen Abhandlung,21 datiert vom 26. Februar 1937 über die „Internationale Bibelforschervereinigung“, wie man Jehovas Zeugen zur damaligen Zeit häufig noch bezeichnete, wurde er konkret. Für den Staat könne es nur ein

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20 Das entsprach nicht der Wahrheit. Jehovas Zeugen lehnen den Staat nicht ab, aber lassen sich auch nicht vom Staat ihren Glauben diktieren und die Bibelinterpretation vorschreiben. Gesetzte des Staates und der Staat selbst werden grundsätzlich respektiert, jedoch auf eine mögliche Diskrepanz zur Bibellehre hin überprüft.

21 Heckler, Karl, „Äusserung des Herrn Vorsitzenden des Sondergerichts Darmstadt über `die Internationale Bibelforschervereinigung´“, Staatsarchiv Darmstadt, Abteilung G 24, 1345, S. 22.


Mittel geben, gegen Jehovas Zeugen vorzugehen. Der Staat müsse „diese Schädlinge solange es geht festsetzen und während dieser Zeit unschädlich machen“.

Er ging mit dieser Auffassung mit der nationalsozialistischen Auffassung völlig konform, die ja ohnehin keinerlei Widerspruch duldete. Gleichschaltung war die Devise. In einer deutschen Tageszeitung wurde im Mai 1935 über ein anderes Verfahren vor dem Sondergericht berichtet und das Verbot von Jehovas Zeugen damit begründet, dass die Lehre der Zeugen Jehovas „dem deutschen Empfinden widerspricht und in keiner Weise mit den Anschauungen des nationalsozialistischen Staates von Sitte und Moral in Einklang zu bringen ist“. Die Freiheit der Religionsausübung bestehe weiterhin, da ja auch der „Führer“ immer wieder erklärt habe, dass die Religionsausübung frei sei. Aufgehoben sei die Religionsausübung aber für Jehovas Zeugen, da sie „den Gesetzen und dem Geist des neuen Staates“ nicht entsprechen würde. Im Umkehrschluss gedacht heißt das, dass die Kirchen dem Geist und der Sitte und der Moral des neuen Staates sehr wohl entsprochen haben.22

Doch schon in diesem Jahr spielte das Strafmaß der Gerichte für die Verurteilten nur noch eine untergeordnete Rolle, da laut Gestapo-Erlass vom 22. April 1937 sämtliche Zeugen Jehovas nach Beendigung der Strafhaft aus den Gefängnissen entlassen wurden, unverzüglich in Schutzhaft zu nehmen waren und bei Festhalten an ihrer religiösen Überzeugung grundsätzlich ihre Überführung in ein Konzentrationslager erfolgen sollte.

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22 Wozu diese Haltung der Kirchen letztendlich geführt hat ist eindrucksvoll nachzulesen in: „Gott mit uns“. Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten 1939-1945,, Ernst Klee und Willi Dreßen (Hrsg.), Frankfurt/M. 1989.


ZEUGEN JEHOVAS VOR DEM SONDERGERICHT DARMSTADT

 

Amendt, Hans Hässler, Wilhelm Müller, Josephine, geb. Kiefer
Anders, Elisabethe, geb. Dieter Heim, Adam Münch, Lina, K. geb. Metzler
Anders, Walter Heinz, Thomas Mütz, Adam
Anthes, Georg Peter Henkes, Valentin Nickel, Joh. Georg
Anthes, Marie, geb. Knipp Hertsch, Lina, geb. Kuhn Nickel, Wilhelmine geb. Brückmann
Bender, Wilhelm Hoffmann, Josef Nold, Katharina
Bernet, Karl Hoffmann, Wilhelmine, Petz, Käthe
Bitter, August geb.Schneider Philippi, Käthe
Bitter, Philippine, geb. Unverricht Hofmeinster, Adam Pohle, Walter,G.
Bohrer, Marie, geb. Dröll Kaiser, Barbara, geb. Schumm Reuhl, Emma
Botens, AMalie, geb. Hollinger Kaiser, Wilhelm Saarstedt, Armin
Braun, Peter Kaltwasser, Christian Schikedanz, Sophie,
Braun, Magdalene Kaltwasser, Elisabeth, geb. Klein Hieronymus
Bellhäuser Kayser, Wilhelm Schmidt, Hedwig, geb.Dreher
Breth, Friedrich Keim, Martha, geb. Raschke Schmidt, Heinrich
Degen, Johannes Keim, Wilhelm Schmidt, Jakob
Dieter, Elisabethe, geb. Schmidt Kerber, Karl Schmidt, Wilhelm
Dieter, Friedrich Kerber, Klara, geb. Bötticher Schnatz, Ludwig.J.
Dieter, Heinrich Klein, Johann Schuchmann, Heinrich
Dirgo, Peter Klein, Marie, geb. Laut Staub, Magdalena, geb.Steitz
Dohsy, Karl Knaup, Peter.L. Stein, Friedrich
Dröll, Anna, M.L. Knipp, August Stephan, Auguste geb. Stille
Egle, Franz Knipp, Dorothea, geb. Lenhard Stephan, Bertold
Eydel, Gertrud, geb. Rügner Knipp, Georg,V. Stephan, Paul
Feulner, Anton Krämer, Joh. Jakob Stephan, Susanne, geb.Denoville
Franke, Gertrud, E. M.,geb. Göbert Kress, Leonhard Tänzer, Hans
Franke, Konrad, M. Kroner, Katharina,geb. Haseneder Tänzer, Helene, geb. Imlau
Freiberg, Herrmann Kuhn, Wilhelmine,geb. Theis Tänzer, Marie, geb. Bestelmeier
Friedrich, Katharina Kühn, Julius Volz, Peter
Gerstung Lehnert, Mathilde, Wegert, Karl
Gärtner, Johannes Leister, Susanna, geb. Weinmann Weindorf, Adam
Gehlhaus, Magdalene, geb. Löffler Löwer, Elisabeth, geb. Rettig Weindorf, Rosa,geb. Beck
Götz, Margarete, geb. Wolf Löwer, Nickolaus Weingärtner, Elisabethe
Götz, Peter Merk, Dr.Franz Grünewald
Gottschemmer, Heinrich Müller, Barbara, geb. Marschall Werner, Heinrich.W.
Habicht, Albert Müller, Heinrich

Dokumentation zum Zeitgeschehen von Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Biographie von Johannes Degen

Johannes Degen wurde am 8. 7. 1900 in Lorsch geboren. Er war als Mühlenarbeiter beschäftigt und lebte mit seiner Frau Johanna und seiner Tochter Else in Lorsch. In den zwanziger Jahren - kurz vor seiner Heirat - hatte er durch das Ehepaar Knaup - beide waren ‘Ernste Bibelforscher’ (heute Zeugen Jehovas) - die Bibel und ihre Lehren recht gut kennengelemt, was ihn veranlaßte, sich ebenfalls als ‘Zeuge Jehovas’ zu bekennen.

Bio Johannes Degen Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde die Tätigkeit der ‘Ernsten Bibelforscher’ verboten. Das hatte bald auch erste Konsequenzen für Johannes Degen, ln der Wohnung der Familie Degen wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt sowie Bücher und auch das Fahrrad von Johannes Degen wurden beschlagnahmt. Am 15. 5. 1935 wurde er fristlos entlassen. Am 15. 9. 1936 kam er ins Gefängnis nach Darmstadt und verbüßte dort eine Haftstrafe von zwei Jahren und einem Monat.(Urteilsbegründung: Betätigung als ‘Bibelforscher’). Auch Johanna Degen wurde verhaftet, obwohl sie keine ‘Bibelforscherin’ war, sie wurde allerdings nach acht Tagen wieder entlassen. Der Vater und die Schwester von Johannes erhielten Besuchserlaubnis und versuchten, ihn zu bewegen, seine Glaubensüberzeugung aufzugeben, sich offiziell von den ‘Bibelforschern’ zu trennen und dies durch seine Unterschrift auf einem entsprechenden Dokument zu bestätigen, um dadurch wieder in Freiheit zu gelangen. Frau Wagner, die Schwester von Johannes Degen, berichtet noch heute sehr bewegt von der ‘tiefen Gottesfurcht’ und der konsequenten Haltung ihres Bruders, mit der er dies ablehnte.

Johannes Degen kam dann im Oktober 1938 ins Konzentrationslager Dachau, wo er bis zum August 1939 blieb. Auch die Bedingungen im Konzentrationslager konnten Johannes Degen nicht dazu bringen, seine Glaubensüberzeugung aufzugeben. In seinem Fall hätte sogar eine mündliche Versicherung genügt, daß er kein ‘Zeuge Jehovas’ (seit 1931 die offizielle Bezeichnung, der Begriff ‘Bibelforscher’ hatte sich eingebürgert) mehr sein wollte, da sein Bruder zu diesem Zeitpunkt NS-Ortsgruppenleiter in Lorsch war. So kam Johannes Degen schließlich im September 1939 in das Konzentrationslager Mauthausen. Aufgrund der dortigen Haftbedingungen erkrankte er an Typhus und starb im Januar 1941, kurz vor der in Aussicht gestellten Entlassung. Er wurde in einem Massengrab in Mauthausen beerdigt.

Nach Kriegsende wurde auf dem Lorscher Friedhof ein Gedenkstein zur Erinnerung an Johannes Degen aufgestellt, der jedoch mutwillig beschädigt und danach entfernt wurde.

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Artikel und Bildmaterial aus:
REGIONALER INFORMATIONSDIENST DER ZEUGEN JEHOVAS
BEREICH RHEIN-MAIN


Dokumentation zum Zeitgeschehen von Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Biographie von Gitta Jungmichel, geb. Dennert

Gitta Jungmichel, geb. Dennert wurde 1938 geboren. Die Familie Dennert lebte damals in Neuscheune, Kreis Soldin (heute Polen). Die Eltern von Gitta bekannten sich als Zeugen Jehovas (damals bekannt als ‘Ernste Bibelforscher’). Aufgrund seiner religiösen Überzeugung verweigerte der Vater, Willi Dennert, den ‘Hitler-Gruß’ und kam 1939 zunächst in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Kurz darauf wurde dem Ehepaar Dennert das Sorgerecht für ihre drei Kinder entzogen, und Gitta, ihre Schwester Christa und ihr Bruder Kurt kamen zu ‘Pflegefamilien’ in der Nähe von Berlin; glücklicherweise wurden sie dort recht gut betreut.

Im Jahr 1945 wurden Gitta und ihre Geschwister von ihrem Vater abgeholt, der inzwischen aus dem Konzentrationslager befreit worden war - er war zuerst im KZ Sachsenhausen und kam später in das KZ Hamburg-Neuengamme.

Biio Gitta Jungmichel Die Familie lebte die nächsten sechs Jahre in Mecklenburg. Gitta und ihre Geschwister erfuhren einiges, was der Vater im Konzentrationslager erlebt hatte, so auch, daß er schon in der Gaskammer war, aber dann wieder herausgeholt wurde, weil Tote wegtransportiert werden mußten und er als Arbeitskraft gebraucht wurde. Im Jahr 1950 wurde Willi Dennert von den Behörden der DDR verhaftet, weil er an seiner Glaubensüberzeugung als Zeuge Jehovas festhielt, und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er sieben verbüßte.

Gittas Mutter, Elsbeth Dennert, die ebenfalls an ihrer religiösen Überzeugung als Zeugin Jehovas festhielt, wurde 1954 verhaftet und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen sie fünf verbüßte, da sie schwer zuckerkrank war.

Gitta und ihre Geschwister mußten nun wiederum einige Jahre ohne ihre Eltern auskommen. Trotz der Repressalien von seiten des kommunistischen Regimes der DDR - so konnte Gitta aufgrund der religiösen Überzeugung der Eltern keine Berufsausbildung machen - entschied sich die inzwischen 18jährige Gitta, die von ihren Eltern schon in sehr jungen Jahren viel über die Bibel und ihre Lehren kennengelemt hatte, auch eine Zeugin Jehovas zu sein.

Nach der Haftentlassung des Vaters im Jahr 1957 übersiedelten zunächst Gitta und ihr Vater nach Darmstadt. Der Vater fand Arbeit als Gärtner auf dem Darmstädter Waldfriedhof. Die Mutter kam nach ihrer Haftentlassung im Jahr 1959 ebenfalls nach Darmstadt. Das Ehepaar Dennert lebte zunächst in Darmstadt. Später zogen sie nach Zell, einen Ortsteil von Bad König im Odenwald. Bis zum Tod waren beide mit der dortigen Gemeinde der Zeugen Jehovas verbunden.

Gitta Jungmichel lebt mit ihrer Familie in Darmstadt und ist mit der dortigen Gemeinde der Zeugen Jehovas verbunden.

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Dokumentation zum Zeitgeschehen von Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Biographie von Adam Heim

Bio Adam HeimAdam Heim wurde am 29.09.1897 in Zwingenberg geboren. Adam Heim war evangelisch. Er machte eine Ausbildung als Steinhauer in den Zwingenberger Steinbrüchen. Im November 1919 heiratete er, und 1920 wurde sein Sohn Heinrich geboren. Adam Heim war während des ersten Weltkrieges als Soldat an der Front gewesen. Nach jenen schrecklichen Jahren sagte er oft: "Wir haben da auf Leute geschossen, die wir gar nicht kannten. Das mache ich nie wieder." Ende der 20er Jahre lernte er den Zwingenberger Bibelforscher Adam Mütz näher kennen, und um 1930 wurde Adam Heim ein Bibelforscher.

Seine Frau trat gleichfalls aus der Kirche aus, wurde jedoch selbst nie Bibelforscherin. Im Jahr 1933 wurde Adam Heim Bruchmeister in den Steinbrüchen bei Zwingenberg. Inzwischen waren in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht gekommen, und die Tätigkeit der „Bibelforscher“ wurde verboten. Sein Sohn wollte 1934 eine Ausbildung als Friseur beginnen. Als jedoch der Innungsmeister in Bensheim erfuhr, daß Heinrich Heim nicht in der HJ war, versagte er ihm hierzu die Genehmigung. Adam Heim stellte seinen Sohn daraufhin zur Arbeit in den Zwingenberger Steinbrüchen ein.

Soweit er konnte, stellte Adam Heim vor allem Angehörige verfolgter Minderheiten, d. h. außer Bibelforschern auch Kommunisten und Juden, ein. 1934 im Herbst mußte Adam Heim saison- und rezessionsbedingt viele Leute entlassen. Da es SA- Familien gewöhnlich besser ging als den Familien, die zu einer Minderheit gehörten, entließ Adam Heim zuerst die SA-Leute unter seinen Arbeitern. Darüber höchst erbost, verleumdeten einige der entlassenen SA-Männer Adam Heim und den kommunistischen Tagelöhner Emil Lang, der noch in den Steinbrüchen beschäftigt war, und klagten die beiden Männer an, im Gasthaus Schwalbennest in Zwingenberg, wo viele SA-Leute verkehrten, in deren Beisein das Portrait einer SA-Größe auf den Boden geworfen und darauf herumgetrampelt zu haben. Adam Heim und Emil Lang waren zwar einmal in diesem Lokal gewesen, doch die Geschichte war frei erfunden.

Aufgrund dieser Anklagen wurde Adam Heim noch 1934 an seinem Arbeitsplatz in den Zwingenberger Steinbrüchen verhaftet. Nach einem Schnellverfahren vor dem Sondergericht in Darmstadt wurde er für gut ein halbes Jahr im KZ Dachau in Haft genommen. Da die Familie nun kein Einkommen mehr hatte, ging die Frau von Adam Heim auf die Bürgermeisterei Lorsch und bat um Unterstützung. Als jedoch offenbar wurde, daß Adam Heim als nicht staatskonform im KZ einsaß, wurde das Unterstützungsgesuch abgelehnt. Die Ehefrau von Adam Heim begann daraufhin, für andere Leute in Lorsch Wäsche zu waschen, und konnte so mit ihrem Sohn überleben. Im Juni 1935 kam Adam Heim wieder aus dem KZ nach Hause. Während der gut sechsmonatigen Haft durfte er seiner Familie nicht schreiben und auch keine Post empfangen.

Während der nun folgenden Wochen arbeiteten Vater und Sohn wieder gemeinsam in den Steinbrüchen von Kirschhausen (Heppenheim). Während einer Hausdurchsuchung im Sommer wurde biblische Literatur im Hause Heim gefunden und beschlagnahmt (vergleiche Schreiben der Landesgendarmerie Zwingenberg vom 13.08.36), und im August 1936 wurde Adam Heim erneut an seinem Arbeitsplatz gefangengenommen - sein Sohn, der die erneute Inhaftnahme miterlebte, lief dann von Heppenheim nach Hause nach Lorsch. Gleichzeitig mit Adam Heim wurde auch der Lorscher Bibelforscher Georg Nickels inhaftiert. Adam Heim wurde für vier Monate in Darmstadt in Schutzhaft genommen und am 30.11.36 zu 1 1/2 Jahren Haft im Arbeitslager Zweibrücken verurteilt. Heinrich Heim erinnert sich gut daran, daß er und seine Mutter während der insgesamt über zweijährigen Haftzeit seines Vaters vom sozialen und gesellschaftlichen Leben so gut wie ausgeschlossen waren. Auch diese Zeit wirtschaftlicher Not überbrückte die Mutter mit Wäschereiarbeit.

Im Frühjahr 1938 kam Adam Heim aus dem Arbeitslager Zweibrücken zurück. Vier Tage nach der Kristallnacht*, am 13.11.38, verunglückte er tödlich mit dem Motorrad.

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Biographie Friedrich und Peter Stein, Bickenbach

Friedrich Stein:

Friedrich Stein wurde am 1. 8. 1878 in Bickenbach/Odenwald geboren. Er absolvierte eine Ausbildung als Metzger und hatte schließlich ein eigenes Geschäft in Bickenbach.

Inzwischen waren in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht gekommen. Als am 31. 10. 1933 eine Metzger-Versammlung stattfand, fiel Friedrich Stein dadurch auf, daß er das ‘Horst- Wessel-Lied’ nicht zusammen mit seinen Kollegen sang. Auch wurde bekannt, daß er bei gewissen Anlässen keine Fahne an seinem Haus anbringen ließ. Sein Verhalten wird mit seiner Zugehörigkeit zu der ‘Internationalen Bibelforscher Vereinigung’ (heute Zeugen Jehovas) erklärt (Schreiben der Gendameriestation Zwingenberg vom 11. 11. 1933).

Es lagen zwar noch nicht genug eindeutige Beweise vor, um Friedrich Stein ins Konzentrationslager Osthofen zu bringen, doch wurde sein Geschäft auf so massive Weise boykottiert, daß Friedrich Stein mit seiner Familie im Jahr 1937 nach Brasilien auswanderte.

Bio Friedrich und Peter Stein S. 1
Friedrich Stein zweiter von links

Peter Stein:

Peter Stein war der leibliche Bruder des Metzgermeisters Friedrich Stein. Er arbeitete als Gemeinderechner in der Gemeindeverwaltung Bickenbach/Odenwald.

Als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde Peter Stein, der zu dieser Zeit bereits ein Zeuge Jehovas war (damals bekannt als ‘Ernste Bibelforscher’), vor das Sondergericht Dannstadt geladen. Aus ‘Mangel an Beweisen’ für die verbotene ‘Haus-zu Haus-Tätigkeit’ der Zeugen Jehovas wurde er allerdings freigesprochen.

Durch das diplomatische Geschick des damaligen Bürgermeisters Rau, der Peter Stein sowohl als Mitarbeiter sehr schätzte, aber auch dessen religiöse Überzeugung achtete, behielt Peter Stein seine Stellung als Gemeinderechner in Bickenbach - übrigens war er der letzte mit seinem Gesamtvermögen haftende Gemeinderechner in Bickenbach.

So hat Peter Stein die Zeit von 1933 bis 1945 ohne größere Repressalien überstanden. Bis zu seinem Tod war er ein Zeuge Jehovas und mit lokalen Gemeinde der Zeugen Jehovas verbunden.

Bio Friedrich und Peter Stein S. 2

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Dokumentation zum Zeitgeschehen von Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Biographie von Lydia und Karl Herrmann

Karl Herrmann:
Geboren 1906, arbeitete als Bergmann in Castrop-Rauxel. Er schloß sich in den 1920-Jahren den"Emsten Bibelforschern", wie Jehovas Zeugen damals hießen, an und organisierte nach dem Verbot im Jahre 1933 das Predigtwerk in Castrop- Rauxel im Untergrund.

1936:
Erstmalige Verhaftung; schwere Mißhandlung in der berüchtigten "Steinwache" der Gestapo in Dortmund, weil er sich weigerte, die Namen anderer Zeugen preiszugeben. Obwohl er einen 2-jährigen Sohn hat und seine Frau hochschwanger ist, wird er zu Zwangsarbeit im K7, Wewelsburg verurteilt.

Es folgen Aufenthalte in den KZ's Buchenwald, Sachsenhausen, Flossenbürg, Papenbrück und zuletzt Mauthausen, wo er erst 1. 945 - nach fast 10 Jahren - bei Kriegsende befreit wird. Er ist so geschwächt, daß er erst ein halbes Jahr später die Heimfahrt zu seiner Familie antreten kann. Hier sieht er seine Tochter Ruth, mittlerweile 10 Jahre alt, zum erstenmal.
Karl Herrmann starb 1985 im Schwarzwald.

Bio Lydia und Karl Hermann S. 1

Lydia Herrmann:
Geboren 1912; schließt sich 1932 den Zeugen Jehovas an. Wird im Jahre 1936 verhaftet und anschließend 9 Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten. Ihr Mann ist im KZ (siehe oben) und sie muß sich mit ihren 2 kleinen Kindern durchschlagen. Weil sie den Hitlergruß verweigert, verliert sie ihre Stelle als Putzhilfe bei den Klöckner-Werken.

1944:
In Castrop-Rauxel ausgebombt; ihr werden die Elternrechte für ihre 2 Kinder entzogen und die Kinder kommen in ein Heim nach Pyritz/Pommem. Trotz Verbotes reist sie den Kindern nach, um in ihrer Nähe zu sein. Wird angezeigt, weil ihr 10-jähriger Sohn Hitler als "Teufel" bezeichnet, weil er seinen Papa so lange einsperrt. Urteil: 5. Jahre Zuchthaus. Im Mai 1945 von russischen Soldaten befreit; machte sich zu Fuß auf die Suche nach ihren Kindern und fand sie in Groß-Peterkau, wo sie nach ihrem Heimaufenthalt in einem Bauemhaushalt untergebracht waren.

Hemnann wohnt heute mit ihrer Tochter Ruth in Otzberg-Hering im Kreis Darmstadt-Dieburg.

Bio Lydia und Karl Hermann S. 2

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Biographie von Adam und Rosa Weindorf

Bio Adam und Rosa Weindorf1Rosa Weindorf (geb. Beck) am 30. Januar 1895 in Darmstadt geboren, hatte seit frühester Kindheit den Wunsch, ihr Leben Gott zu widmen. Dies wollte sie in einem Kloster verwirklichen. In den zwanziger Jahren kam sie mit den Bibelforschern in Verbindung. Im Jahr 1926 schlossen sie und ihr Mann, Adam Weindorf, sich der kleinen Gruppe der Bibelforscher im Raum Darmstadt an. Schon bald nach dem Verbot der Bibelforschervereinigung im Jahre 1933 folgten erste Vernehmungen durch die Gestapo in der Wilhelm-Glessing- Straße in Darmstadt.

Immer wieder kam es zu Hausdurchsuchungen durch die Gestapo in ihrer Wohnung. Schließlich kam es zu ihrer Verhaftung und am 30. November 1935 zu einem Prozeß vor dem Sondergericht in Darmstadt. Dieser endete glücklicherweise mit einem Freispruch. Doch dies sollten nicht die letzten Repressalien durch das NS-Regime sein.

Es kam 1938 zu einer weiteren Verhaftung. Während der vierzehntägigen Untersuchungshaft konnten jedoch keine Beweise gefunden werden, die zu einem erneuten Prozeß geführt hätten. Rosa Weindorf war Mutter von drei Kindern, die in dieser Zeit auf sich alleine gestellt waren.

 

Bio Adam und Rosa Weindorf2Am 25. Februar 1893 wurde Adam Weindorf in Urberach geboren. Im Alter von 12 bzw. 13 Jahren verlor er seine Eltern und wuchs bei seinen älteren, katholisch geprägten Geschwistern auf. Am 14. Dezember 1914 trat er in den Heeresdienst ein. In den Schlachten von Verdun/ Frankreich mußte er viele der durch Giftgas getöteten Soldaten beerdigen. Die Grausamkeit des Krieges und die politischen Auseinandersetzungen in Deutschland ließen ihn daran zweifeln, daß Menschen dauerhaften Frieden herbeiführen können. Sein Interesse für die Bibelforscher wurde durch seine Frau Rosa Weindorf geweckt. Er hörte biblische Vorträge im Städtischen Saalbau in Darmstadt und einige Zeit später, im Jahre 1926 wurden er und seine Frau „Bibelforscher“.

Nach dem Verbot der Bibelforscher 1933 folgten schon erste Vernehmungen durch die Gestapo. Von nun an wahr er mit anderen Bibelforschern im Raum Darmstadt / Bergstraße im Untergrund tätig.

Immer wieder wurde er zu Verhören in die Wilhelm-Glessing-Straße in Darmstadt bestellt oder von Beamten zu Hause abgeholt.. Bei den wiederholten Hausdurchsuchungen wurde belastende Schriften der Bibelforscher bei ihm gefunden, die zu einer Verhaftung führten. Am 30. November 1936 wurde er zu sechs Monaten Haft zusammen mit 17 weiteren Angeklagten Bibelforschern aus dem Raum Darmstadt / Bergstraße verurteilt, die er in Zweibrücken verbüßte. Am 30. März 1937 wurde er aus dem Gefängnis in Zweibrücken entlassen, unter Berücksichtigung der vorangegangenen 2 Monate Untersuchungshaft in Darmstadt. Nur durch den glücklichen Umstand, daß Adam Weindorf nicht direkt nach Hause zurückkehrte, sondern bei Glaubensbrüder im Mannheim untertauchte, entging er einer weiteren Verhaftung durch die Gestapo.

Seine Arbeitsstelle als Schleifer bekam er 1937 bei den Adler-Werken AG in Frankfurt gekündigt, da er als „politisch Vorbestrafter” galt und nicht den ‘’Hitlergruß” entbot. Erst nach Jahren der Arbeitslosigkeit fand er wieder Beschäftigung als Kohlenträger bei der Kohlenhandlung Heeb in der Sandbergstraße in Darmstadt. 1938 war eine erneute Verhaftung erfolgt.

Nach mehrstündigem Verhör durch die Gestapo brach Adam Weindorf zusammen und wurde mit einer Nierenkolik in das Krankenhaus in Darmstadt eingewiesen. Er und seine Frau blieben bis zu ihrem Tod aktive Zeugen Jehovas.

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