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Dokumentation zum Zeitgeschehen von Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime

Biographie von Adam und Rosa Weindorf

Bio Adam und Rosa Weindorf1Rosa Weindorf (geb. Beck) am 30. Januar 1895 in Darmstadt geboren, hatte seit frühester Kindheit den Wunsch, ihr Leben Gott zu widmen. Dies wollte sie in einem Kloster verwirklichen. In den zwanziger Jahren kam sie mit den Bibelforschern in Verbindung. Im Jahr 1926 schlossen sie und ihr Mann, Adam Weindorf, sich der kleinen Gruppe der Bibelforscher im Raum Darmstadt an. Schon bald nach dem Verbot der Bibelforschervereinigung im Jahre 1933 folgten erste Vernehmungen durch die Gestapo in der Wilhelm-Glessing- Straße in Darmstadt.

Immer wieder kam es zu Hausdurchsuchungen durch die Gestapo in ihrer Wohnung. Schließlich kam es zu ihrer Verhaftung und am 30. November 1935 zu einem Prozeß vor dem Sondergericht in Darmstadt. Dieser endete glücklicherweise mit einem Freispruch. Doch dies sollten nicht die letzten Repressalien durch das NS-Regime sein.

Es kam 1938 zu einer weiteren Verhaftung. Während der vierzehntägigen Untersuchungshaft konnten jedoch keine Beweise gefunden werden, die zu einem erneuten Prozeß geführt hätten. Rosa Weindorf war Mutter von drei Kindern, die in dieser Zeit auf sich alleine gestellt waren.

 

Bio Adam und Rosa Weindorf2Am 25. Februar 1893 wurde Adam Weindorf in Urberach geboren. Im Alter von 12 bzw. 13 Jahren verlor er seine Eltern und wuchs bei seinen älteren, katholisch geprägten Geschwistern auf. Am 14. Dezember 1914 trat er in den Heeresdienst ein. In den Schlachten von Verdun/ Frankreich mußte er viele der durch Giftgas getöteten Soldaten beerdigen. Die Grausamkeit des Krieges und die politischen Auseinandersetzungen in Deutschland ließen ihn daran zweifeln, daß Menschen dauerhaften Frieden herbeiführen können. Sein Interesse für die Bibelforscher wurde durch seine Frau Rosa Weindorf geweckt. Er hörte biblische Vorträge im Städtischen Saalbau in Darmstadt und einige Zeit später, im Jahre 1926 wurden er und seine Frau „Bibelforscher“.

Nach dem Verbot der Bibelforscher 1933 folgten schon erste Vernehmungen durch die Gestapo. Von nun an wahr er mit anderen Bibelforschern im Raum Darmstadt / Bergstraße im Untergrund tätig.

Immer wieder wurde er zu Verhören in die Wilhelm-Glessing-Straße in Darmstadt bestellt oder von Beamten zu Hause abgeholt.. Bei den wiederholten Hausdurchsuchungen wurde belastende Schriften der Bibelforscher bei ihm gefunden, die zu einer Verhaftung führten. Am 30. November 1936 wurde er zu sechs Monaten Haft zusammen mit 17 weiteren Angeklagten Bibelforschern aus dem Raum Darmstadt / Bergstraße verurteilt, die er in Zweibrücken verbüßte. Am 30. März 1937 wurde er aus dem Gefängnis in Zweibrücken entlassen, unter Berücksichtigung der vorangegangenen 2 Monate Untersuchungshaft in Darmstadt. Nur durch den glücklichen Umstand, daß Adam Weindorf nicht direkt nach Hause zurückkehrte, sondern bei Glaubensbrüder im Mannheim untertauchte, entging er einer weiteren Verhaftung durch die Gestapo.

Seine Arbeitsstelle als Schleifer bekam er 1937 bei den Adler-Werken AG in Frankfurt gekündigt, da er als „politisch Vorbestrafter” galt und nicht den ‘’Hitlergruß” entbot. Erst nach Jahren der Arbeitslosigkeit fand er wieder Beschäftigung als Kohlenträger bei der Kohlenhandlung Heeb in der Sandbergstraße in Darmstadt. 1938 war eine erneute Verhaftung erfolgt.

Nach mehrstündigem Verhör durch die Gestapo brach Adam Weindorf zusammen und wurde mit einer Nierenkolik in das Krankenhaus in Darmstadt eingewiesen. Er und seine Frau blieben bis zu ihrem Tod aktive Zeugen Jehovas.

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Artikel und Bildmaterial aus:
REGIONALER INFORMATIONSDIENST DER ZEUGEN JEHOVAS
BEREICH RHEIN-MAIN