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 da diese dazu bestimmt seien, Soldaten Unterkunft zu geben und diese Soldaten später einmal gegen den Feind kämpfen und also töten müßten.14

2) Die Bibelforscher beteiligen sich nicht am Luftschutz, da sie nach der Bibel in Gottes Hand stehen und deshalb nicht verhindern dürfen, daß eine Bombe einschlägt, wenn Gott es will.15

3) Die Bibelforscher beteiligen sich nicht an der Wahl, da sie bereits ihren Gott Jehova gewählt haben und ´nicht zwei Herren dienen können`.16

4) Die Bibelforscher verweigern die Mitgliedschaft bei der NSDAP und ihren Formationen, da es sich bei diesen um rein irdische Organisationen handele.17

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Bekennenden Kirche, der „Jungen Kirche“, konnte man deshalb auch immer wieder Todesanzeigen von gefallen Pfarrern und Pfarrerssöhnen lesen.

Todesanzeige Beispiel 1: „Der Herr über Leben und Tod nahm im Kampfe für Volk und Vaterland unsren lieben Amtsbruder TheodorMaaß, Pastor der Bekennenden Kirche in Podejuch (in Pommern, d.A.) im Alter von 28 Jahren von uns in das Reich seines Friedens. Klar und entschieden ging er den Weg freudigen Bekennens im Licht des Evangeliums. Der Herr lasse ihn schauen, was er geglaubt und verkündet hat.
Der Bruderrat der Evangelischen Kirche in Pommern“.
Todesanzeige Beispiel 2: „Unser lieber jüngster Sohn Franz Dibelius Gefreiter in einem MG-Bataillon ist am 28. Mai im Alter von 20 Jahren für das Vaterland gefallen. Wir preisen Gott, daß seinem jungen Leben ein fester
Glaube geschenkt war. Hebr. 10,39 war sein Konfirmationsspruch. Berlin-Lichterfelde-West, im Juni 1940. Zugleich im Namen der Geschwister Generalsuperintendent Dibelius und Frau Irmgard, geb. Wilmanns.“ In: Ernst Klee, Die SA Jesu Christi. Ebd., S. 142. Hervorhebung durch den Verfasser.

Zum Thema Kriegsdienstverweigerung durch Zeugen Jehovas siehe auch: Antje Zeiger, Zeugen Jehovas im Konzentrationslager Sachsenhausen, in: Hans Hesse (Hrsg.), „Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“, Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus, S. 76-101, hier S. 76 ff., Bremen 2000.

14 Jehovas Zeugen verweigerten ihre Beteiligung an allen Arbeiten und Maßnahmen, die dazu dienen sollten, auf den Kriegsfall vorzubereiten bzw. für den Krieg von Nutzen zu sein. Neben der Verweigerung, am Kasernenbau mitzuhelfen, wurde selbstverständlich auch die Beteiligung an irgendwelcher Waffenproduktion konsequent verweigert.
Aus dem KZ Ravensbrück wird davon berichtet, dass über 80 Zeuginnen Jehovas sich weigerten, Strohschuhe für Soldaten an der Ostfront herzustellen. Als Strafe wurden Ihnen die ohnehin schon kargen Essenrationen zunächst um die Hälfte gekürzt und sie erhielten 25 Stockschläge. An dieser Misshandlung starben zunächst zwei der Frauen. Als diese und weitere Schikanen und Strafen keine „Einsicht“ brachten, wurden die Essenrationen weiter gekürzt und ärztliche Hilfe verweigert: „Jehova solle sie heilen“. Dreizehn der Glaubensschwestern, die man für die „die Führer der Gruppe“ hielt, wurden durch Erhängen ermordet. Entnommen aus: Tineke Piersna, Ihrem Glauben treu. Die Verfolgung von Jehovas Zeugen in den Niederlanden während des zweiten Weltkriegs“ S. 480f, unter dem Kapitel: Jehovas Zeugen in den Lagern: ihre Stellung, Haltung und Bedeutung. In: , Gerhard Besier, Katarzyna Stoklosa (Hgg.), Jehovas Zeugen in Europa. Geschichte und Gegenwart, Bd. 1, Berlin 2013.

15 Auch der Bau von kriegswichtigen Luftschutzbunkern wurde abgelehnt. Die Aussage, dass JZ nicht verhindern wollen, „das eine Bombe einschlägt, wenn Gott es will“ ist falsch. Jehovas Zeugen machen nicht Gott für Kriege verantwortlich und insofern „will“ er auch nicht, dass Kriege geführt werden und Menschen durch Bomben oder durch andere Waffen umkommen. Jehovas Zeugen haben noch nie gelehrt, dass Gott Bomben einschlagen lässt.

16 Vgl. W. Hirch, Die Glaubensgemeinschaft der …, S. 49 ff.

17 Wenn sich Jehovas Zeugen diesen national-sozialistischen Gruppierungen angeschlossen hätten, käme dies einem Zugeständnis und einer Unterordnung unter die NS-Ideologie gleich. Sie hätten sich damit selbst ad absurdum geführt. Auch hier haben sie sich gravierend von den Kirchen unterschieden.