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Dass der Nachruf im Informationsblatt der evangelischen Kirche in voller Länge abgedruckt wurde, zeigt das enge Band, das zwischen CV und Mitarbeitern der Kirche bestand.3

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3 In diesem kircheninternen Mitteilungsblatt war in der Ausgabe Nr. 14, vom August 1972, eine Würdigung über Müller erschienen. Abgedruckt aus der CV-Ausgabe Nr. 40, ebenfalls aus dem Jahre 1972. Die Würdigung Müllers war in der CV-Ausgabe lediglich mit dem Kürzel „K.O.“ unterzeichnet. Der Herausgeber Dr. Reinhold Pietz konnte somit den Verfasser nicht kennen, dennoch wurde der Artikel in den kircheninternen Mitteilungen veröffentlicht. Das Kürzel K.O. stand für Dieter Pape, IM „Wilhelm“, der eine ganze Anzahl pseudonymer Kürzel verwendete, damit nicht auffiel, dass die Zeitschrift CV doch nicht so viele Autoren hatte, wie sie vorgab.

In der CV-Autorenübersicht des MfS vom Januar 1982 werden 20 Pseudonyme Dieter Papes aufgezählt: A.Z. / K.O. / A.B. / A.TH. / O.L. / ly. / W.W. / H.P. / M.S. / O.O. / P. / C.O. / C.W. / F.F. / E.F. / O.B. / CVN. / buko. / W.Ko. / pol. . BStU Berlin, AIM, 3292/91, MfS 13219/60 „Wilhelm“, Bd.5, CV-Autoren-Übersicht, Januar 1982

Auch Papes Würdigung Müllers diente dazu das Leben Müllers als das eines Helden zu charakterisieren. Er schrieb: „Die WT-Organisation versuchte alles zu unterdrücken. Kübel voll Verleumdung und Haß wurden über Bruder Müller ausgeschüttet. [ … ] Bruder Müller resignierte nicht wie viele, er zog sich nicht zurück, sondern ergriff in christlicher Mündigkeit und Verantwortung mutig das Wort. Es war eine Pioniertat von größter geistiger Bedeutung. Es reiften Menschen und Werk in einem noch nie dagewesenen Glaubenskampf im Interesse der ´reinen Gottesanbetung`, Jak.1: 27. Wenn sich Bruder Müller aus Altersgründen – fast 80 Jahre alt – zur Ruhe setzte, wenn man es Ruhe nennen kann, so kann er auf ein Lebenswerk zurückblicken, das nicht hinreichend gewürdigt werden kann. Seine Initiative war Anstoß und Auftakt. Sein erster offener Brief wurde zum Vermächtnis. ´Die Arbeit im Dienste Jesu Christi ist nicht vergeblich.` 1. Kor. 15:58.“